Sabine Giebken – Über uns das Meer

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Erscheinungsdatum: 19. September 2014
Format: Gebundenes Buch
Verlag: Magellan
Seitenzahl: 512
ISBN: 978-3-7348-5601-3
Altersempfehlung des Verlags: Ab 14 Jahren

ICH DANKE DEM MAGELLAN VERLAG FÜR DAS BEREITSTELLEN DES REZENSIONSEXEMPLARES!


Worum geht es?

Er weckt ihren Ehrgeiz, dieser Apnoetaucher mit dem seltsamen Namen Angel: Mit nur einem Atemzug taucht er in die Tiefe, weiter hinunter als jeder sonst, und Lou geht an ihre Grenzen, um ihn dorthin zu begleiten. Das Risiko reizt sie, ja, aber mehr noch lockt sie das Gefühl der Freiheit, das sie in der Umarmung des Wassers empfindet. Doch Angel sucht noch etwas anderes dort unten. Wie ein Geist folgt ihm seine Vergangenheit ins Meer, und Lou hat Angst, ihn für immer an die Schwärze zu verlieren. Als die Geister Wirklichkeit werden, kommt es weit unter der Meeresoberfläche zur Konfrontation, und plötzlich muss Lou nicht nur um Angel fürchten, sondern auch um ihr eigenes Leben.

Quelle: Verlagsseite

Über die Autorin

Sabine Giebken wurde 1979 in München geboren und lebt mit ihrer Familie in Bayern. Schon als Kind konnte sie an keiner Buchhandlung vorbeigehen, ohne wenigstens einen Blick hineinzuwerfen, und schrieb eigene Geschichten in Schulhefte. Später machte sie ihr Diplom in Betriebswirtschaft, doch während eines Aufenthalts auf einer kleinen kanadischen Forschungsinsel flammte ihre alte Leidenschaft für das Schreiben wieder auf. Am liebsten lässt sie sich von abenteuerlichen Landschaften, wilden Tieren und ungewöhnlichen Menschen inspirieren.

Quelle: Klappentext “Über uns das Meer”

Meine Bewertung

Bei den Büchern des Magellan Verlags muss ich einfach immer auch ein paar Worte zum Cover erwähnen, weil die Bücher des Verlagprogramms alle so wunderschön und liebevoll gestaltet sind. Auch hier ist das Cover eine wahre Augenfreude. Und ganz ehrlich: Der Verlag (mit dem Wal) und auch das Cover könnten nicht besser gewählt sein. Sie passen thematisch so gut zum Buch und ich bin so froh darüber, diesen Schatz in meinem Regal stehen zu haben.

Aber nicht nur äußerlich ist dieses Buch ganz nach meinem Geschmack, auch inhaltlich konnte mich dieser Roman von Sabine Giebken total überzeugen. Der Prolog hat mich zunächst etwas ratlos zurückgelassen. Eine ziemlich beklemmende Situation wird da beschrieben, gleichzeitig wird die weibliche Hauptperson Lou eingeführt. Ich hatte ein paar Vermutungen, was der Prolog da andeutet, konnte aber noch nichts richtig greifen und war einfach nur gespannt darauf, wie sich die Handlung entwickeln würde.

Während der Prolog im Jahr 2004 auf Kuba spielt, spielt der Hauptteil des Buches im Jahr 2014 auf der Insel Elba. Von dem Extremsport des Apnoe-Tauchens, also des Tauchens mit einem einzigen Atemzug und ohne Hilfsgeräte, hatte ich vor dem Lesen des Buches schon gehört, aber ich hatte mich bislang nicht näher damit beschäftigt, geschweige denn ein Buch darüber gelesen. Nachdem ich mich nun auf diesem Weg näher mit diesem Sport auseinander gesetzt habe, muss ich sagen, dass ich extremen Respekt vor den Sportlern habe. Sabine Giebken beschreibt so eindringlich, was es für ein Gefühl ist, in das Meer abzutauchen, sich völlig frei zu fühlen. Die Tiefe und die Dunkelheit üben nicht nur einen unglaublichen Sog auf den Sportler aus, sondern haben auch mich als Leserin völlig fasziniert und gefangengenommen. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, welche Gefahr von diesem Reiz, dieser Sucht, sich völlig dem Meer auszuliefern, ausgeht. Unfälle und böse Überraschungen sind dabei keine Seltenheit. Und auch “Über uns das Meer” wartet mit einigen gefährlichen Situationen auf. Aber dieser Wechsel zwischen Faszination und Gefahr schafft eine ganz besondere Atmosphäre. Die Taucher testen ihre eigenen Grenzen aus und auch Sabine Giebken führt die Leser an ihre Grenzen. Sie schafft eine großartige Atmosphäre, die mich völlig gefangengenommen hat. Auch die Unterwasser-Welt beschreibt Sabine Giebken so bildhaft, dass ich mich völlig schwerelos wie in einer anderen Welt gefühlt habe. Die Meeresbewohner konnte ich förmlich vor mir sehen, und auch die ein oder andere Meerjungfrau… Sabine Giebken beschreibt einfach so intensiv und eindringlich, es war ein tolles Erlebnis, dieses Buch zu lesen.

Neben dem faszinierenden Sport des Apnoe-Tauchens stehen auch die Charaktere im Vordergrund des Buches. Lou und Angel bilden dabei die Hauptfiguren und ich fand sie großartig gezeichnet. Sie erleben auf der Insel Elba eine Zeit völlig frei von jeglichen Verpflichtungen. Dabei sind sie jedoch nur auf der Flucht und werden bald von ihrer Vergangenheit eingeholt. Und dann hilft nur noch die Flucht nach vorn.

Neben Angel und Lou sind auch die anderen Figuren so lebendig gezeichnet, dass ich zu jeder von ihnen eine Verbindung aufbauen konnte. Nicht immer war diese geprägt von Sympathie, denn es gibt auch einige anstrengende Charaktere in diesem Buch, die extrem für Konfliktpotential sorgen. Jede Figur dieses Buches ist sehr tiefsinnig angelegt, gibt aber nicht sofort alles von sich preis. Sie verbergen etwas, geben sich nicht komplett zu erkennen, geben sich geheimnisvoll. Das hat ebenfalls einen großen Reiz ausgemacht und als Leser versucht man ständig, hinter die Fassader der Charaktere zu blicken. Sie konnten mich dennoch allesamt überraschen und haben mich zeitweise ganz schön an der Nase herum geführt.

Im Laufe des Buches wird dann auch die Bedeutung des Prologs immer deutlicher. Ich muss zugeben, dass ich diesen in den ersten 150 Seiten vergessen hatte. Dann wird aber Bezug auf ihn genommen und es ließ sich erahnen, was die Bedeutung dieser ersten Seiten ist. Das Ende selbst kam mir etwas zu plötzlich beziehungsweise war mir auch zu schnell abgefertigt. Ich habe den beschreibenden und darstellenden Erzählton von Sabine Giebken vermischt, stattdessen hat sich für mich zu viel Action in das Buch gemischt und daher passt das Ende für mich nicht ganz zum Rest des Buches. Sehr gut gefallen hat mir aber, dass sich im Epilog der Kreis schließt und die Handlung wieder auf Kuba spielt.

Obwohl “Über uns das Meer” ein Jugendbuch ist, ist es doch recht anspruchsvoll und erwachsen geschrieben. Dazu hat Sabine Giebken Situationen geschaffen, die besonders und einzigartig sind. “Über uns das Meer” erzählt keine abgedroschene Geschichte, die man schon tausend mal gelesen hat. Das Setting ist besonders (die Insel Elba und das Meer), die Hintergrundidee ist besonders (das Apnoe-Tauchen) und der Schreibstil ist ebenfalls ganz besonders. Ein bisschen poetisch und ganz, ganz bildhaft und eindringlich. Es erinnert mich vom Erzälstil her ein wenig an die Bücher von Bettina Belitz und interessanterweise wird Bettina Belitz auch in der Danksagung von Sabine Giebken erwähnt. Sabine Giebken hat einen ähnlichen ausdrucksstarken Stil und malt mit ihren Worten tolle Bilder in meinem Kopf. Sie beschreibt so eindringlich, wie es sich anfühlt, unter Wasser schwerelos zu sein, beschreibt die Faszination, aber auch die Angst, die damit verbunden sein kann.

Mein Fazit

Das Lesen dieses Buches gleicht dem Tauchen ohne Sauerstoff: Man atmet tief ein, hält die Luft an, taucht ein in eine faszinierende Welt, und bleibt nach dem Auftauchen atemlos zurück, bevor man sich zwingen muss, sich wieder in der Realität zurecht zu finden.

Kai Meyer – Die Seiten der Welt

wpid-img_20140926_102923.jpgSTECKBRIEF

Erscheinungsdatum: 25. September 2014
Format: Gebundenes Buch / Ebook / Hörbuch
Verlag: Fischer FJB
Seitenzahl: 560
ISBN: 978-3-8414-2165-4

ICH DANKE DEM FISCHER VERLAG FÜR DAS BEREITSTELLEN DES REZENSIONSEXEMPLARES!


Worum geht es?

Furia Salamandra Faerfax lebt in einer Welt der Bücher. Der Landsitz ihrer Familie birgt eine unendliche Bibliothek. In ihren Tiefen ist Furia auf der Suche nach einem ganz besonderen Buch: ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie die Magie und die Macht der Worte entfesseln.
Doch dann wird ihr Bruder entführt, und Furia muss um sein Leben kämpfen. Ihr Weg führt sie nach Libropolis, die Stadt der verschwundenen Buchläden, und an die Grenzen der Nachtrefugien. Sie trifft auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebellen. Gemeinsam ziehen sie in den Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik und die Entschreibung aller Bücher.

Quelle: Verlagsseite

Über den Autor

Kai Meyer, geboren 1969, ist einer der wichtigsten deutschen Phantastik-Autoren. Er hat über fünfzig Romane veröffentlicht, Übersetzungen erscheinen in dreißig Sprachen. Seine Geschichten wurden als Film, Hörspiel und Graphic Novel adaptiert und mit Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet.

Quelle: Verlagsseite

Meine Bewertung

Meine Rezension wird heute etwas anders als gewohnt aussehen, denn ich habe während des Lesens von “Die Seiten der Welt” eine Art Tagebuch geführt und darin meine Eindrücke zu den einzelnen Abschnitten festgehalten. Daher möchte ich meine Meinung heute gerne in dieser Form mit euch teilen. Vielleicht werde ich das in Zukunft bei Büchern, auf die ich mich besonders gefreut habe, öfters so machen.

Sonntag, 21.09.2014, 19.06 Uhr

Schon seit ein paar Wochen steht der neue Kai Meyer in meinem Regal und hat mich jedes Mal, wenn es darum ging, mir ein neues Buch auszusuchen, mit seinem wunderschönen Cover angelächelt und in Versuchung geführt. Aber ich habe mir das Buch für die etwas gemütlichere Jahreszeit aufgehoben, weil ich das Gefühl hatte, das es von der Lesestimmung her besser in den Herbst passt. Der meteorologische Herbstanfang liegt schon hinter uns, der kalendarische Herbstanfang lässt nicht mehr lange auf sich warten. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeit für das Buch nun gekommen ist. Und so habe ich mich gerade in meine Kuscheldecke vergraben und eine Tasse dampfender Tee steht vor mir. Die perfekte Wohlfühl-Atmosphäre ist geschaffen und ich hoffe, dass ich gleich so richtig in das Buch abtauchen und in den Seiten der Welt verschwinden kann.

Kai Meyer konnte mich nicht mit jedem seiner Bücher überzeugen. Ich liebe seine älteren Werke: Mit “Loreley”, “Das Buch von Eden” oder “Der Rattenzauber” verbinde ich wunderbare Lese-Erinnerungen. Aber “Phantasmen” oder auch “Arkadien erwacht” konnte mich nicht ganz begeistern. Von “Die Seiten der Welt” verspreche ich mir aber sehr viel. Schon allein die Aufmachung ist so toll: das Cover, aber auch der Einband selbst. Und das fehlende Lesebändchen wird durch die Eintrittskarte nach Libropolis ersetzt.

Ich bin dann mal weg…

Sonntag, 21.09.2014, 21.42 Uhr, Seite 54

Wow, was hat Kai Meyer nur für eine unglaubliche Fantasie?! Origami-Vögel erwachen zum Leben, Furia ist befreundet mit einem Wesen namens Ypsilonzett, das aus Unmengen an Buchstaben besteht, und verfügt über die Gabe, im Schlaf Bücher zu verschlinge. Ja, Kai Meyer versteht es einfach, großartige und fantastische Welten zu erschaffen. Und welchem Leser geht bei der Beschreibung der Bibliothek nicht das Herz auf?

Auf den ersten 50 Seiten erwarten den Leser schon jede Menge Informationen, aber ebenso viele offene Fragen schwirren auch in meinem Kopf.

Ich denke, ich mag Furia. Und Pip erst!

Noch fehlt mir etwas das Gefühl, völlig in der Geschichte zu versinken. Ich kann momentan nicht richtig abtauchen, werde leicht abgelenkt.

Montag, 22.09.2014, 13.37 Uhr, Seite 54

Meine heutige Mittagspause habe ich dazu genutzt, das Buch noch einmal neu anzufangen. Denn gestern hatte ich das Gefühl, nicht richtig in die Geschichte rein zu finden, was aber wohl mehr an mir selbst als am Buch lag. Vielleicht hatte ich doch einfach nicht die nötige Ruhe. Deshalb habe ich mir das Buch heute noch einmal geschnappt und die ersten 54 Seiten erneut gelesen. Jetzt bin ich schon viel besser in der Geschichte drin, bin abgetaucht in die Handlung und freue mich darauf, heute Abend weiter zu lesen.

Montag, 22.09.2014, 22.21 Uhr, Seite 132

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wow, Kai Meyer hat so eine verdammt gute Fantasie! Es ist so klasse, wie hervorragend er die Handlung durchdacht hat, was er sich alles hat einfallen lassen, um seine Geschichte besonders und einzigartig zu machen. Er hat einen so kreativen Weg gefunden, Hintergrundinformationen zu vermitteln (Stichwort “Severin”) und er hat seinen Charakteren so viel Leben eingehaucht.

Die Zusammenhänge finde ich einigermaßen anspruchsvoll und stellenweise musste ich schon sehr genau lesen, um alles zu verstehen.

Was ich auch schon an “Phantasmen” zu kritisieren hatte, ist in diesem Buch wieder ein Punkt: Mir ist die Handlung stellenweise zu actionreich. Ich kann mit Verfolgungsjagden und Schießereien nicht viel anfangen und stehe nicht so auf diese Agententhriller-Geschichten…

Dienstag, 23.09.2014, 22.08 Uhr, Seite 311

Es ist einfach nur toll, wie Kai Meyer seine Figuren gezeichnet hat. Jeder Charakter in diesem Buch ist wichtig und spielt seine ganz eigene Rolle. Und sei es auch “nur” ein Sessel oder eine Stehlampe. Ich habe mich gerade ganz doll in zwei ganz besondere Figuren verliebt. <3 (Und betrachte nebenbei meine Möbel gerade mit etwas anderen Augen…)

Aber Kai Meyer kann auch anders. Er kann auch ziemlich gnadenlos sein. Puuhh, ich musste gerade tief durchatmen…

Der Autor muss ein wahrer Bücherfreund sein, denn wie er die Stadt Libropolis beschreibt, die sich mehr als nur am Bücherdorf Hay-on-Wye orientiert, ist einfach nur großartig. Es ist der Ideenreichtum des Autors, der mich einfach fasziniert. Kai Meyer hat ganz wunderbare und liebevolle Ideen, die mich als Bücherliebhaberin einfach berühren.

Gleichzeitig wird die Handlung aber auch actionreicher, was mir leider eher weniger zusagt. Aber ich bin gespannt, was mich noch alles erwarten wird.

Donnerstag, 25.09.2014, 21.31 Uhr, Seite 556

Die letzten gut 200 Seiten des Buches musste ich jetzt einfach in einem Rutsch lesen. Abgesehen von den actionreichen Szenen, die mich stören, ist das Buch wirklich spannend und ich war jetzt einfach so gespannt darauf, wie alles enden würde, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte.

Die Handlung ist durchweg total gut durchdacht. Obwohl sie sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, ist alles stimmig und schlüssig. Ja, Kai Meyer weiß eben einfach, wie es geht.

Einige Charaktere sind mir während des Lesens richtig doll ans Herz gewachsen, andere sind mir etwas fremd geblieben. Aber das ist ok, ich muss nicht jeden mögen.

Was mir von diesem Buch am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist die grenzenlose Fantasie und das Herzblut, das Kai Meyer in dieses Buch gesteckt haben muss, um so eine fantastische Geschichte zu erzählen, die das Herz jedes Büchermenschen höher schlagen lässt und von der ersten bis zur letzten Seite gefangen nimmt.

Mein Fazit

Vier aufregende Lesetage habe ich mit diesem Buch verbracht und bin dabei in eine Welt abgetaucht, in der die Liebe zum Buch gelebt wird.

Guillaume Musso – Vielleicht morgen

wpid-img_20140919_103826.jpgSTECKBRIEF

Erscheinungsdatum: 11.08.20914
Format: Klappenbroschur / Ebook
Verlag: Pendo Verlag in der Piper Verlag GmbH
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-86612-376-2
Originaltitel: “Demain”
Originalverlag: XO Éditons, Paris
Übersetzer: Eliane Hagedorn u. Bettina Runge
Link zur Leseprobe: Klick!

ICH DANKE DEM PIPER VERLAG FÜR DAS BEREITSTELLEN DES REZENSIONSEXEMPLARES!


Worum geht es?

Seine Philosophielesungen sind stets überfüllt, als Harvard-Professor hat er es geschafft – eigentlich müsste Matthew Shapiro glücklich sein. Er ist es aber nicht. Jedenfalls nicht mehr, seit der Tod seiner Frau ihn und ihren gemeinsame Tochter einsam zurückließ. Auch die junge Sommelière Emma Lovenstein hat sich mit ihrer Anstellung im Sterne-Restaurant »Imperator« beruflich ihren Traum erfüllt. Doch der Erfolg konnte sie nicht vor der tiefen Krise bewahren, die die Trennung von ihrem Liebhaber François in ihr auslöste. Zu tief sitzt der Schmerz über seine Entscheidung, nach Jahren des Hinhaltens doch bei seiner Frau und den Kindern zu bleiben. Seitdem ist das Lächeln aus Emmas Leben verschwunden. Bis zu dem Tag, als Matthew auf einem Flohmarkt etwas kauft, das ihr Leben für immer verändern wird: Einen gebrauchten Laptop mit der Signatur »Emma L.« …

Quelle: Verlagsseite

Wer ist Guillaume Musso?

Guillaume Musso, geboren 1974 in Antibes, arbeitete als Dozent und Gymnasiallehrer. Musso ist einer der erfolgreichsten Gegenwartsautoren Frankreichs, seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt und haben sich als internationale Bestseller durchgesetzt.

Quelle: Verlagsseite

Meine Bewertung

So ein Musso ist doch immer wieder ein Leseerlebnis und ich freue mich immer, wenn ein neues Buch von ihm erscheint. Unter anderem auch deswegen, weil sie einfach alle soooo schön im Regal aussehen. Aber natürlich vor allem deshalb, weil ich weiß, dass mich unterhaltsame Lesestunden erwarten werden. Und da hat mich auch “Vielleicht morgen” nicht enttäuscht, denn Guillaume Musso schafft es einfach mal wieder, seine Leser von der ersten Seite an gefangen zu nehmen, sie mitzunehmen auf eine Reise, die zugleich unterhaltsam, spannend, erschreckend und mysteriös ist. Denn Guillaume Musso denkt sich immer etwas ganz Besonderes für seine Bücher und somit für seine Leser aus. Er spielt mit ihnen, verwirrt sie, stellt ihnen Denkaufgaben, stellt sie vor Probleme. Und in “Vielleicht morgen” gelingt ihm all das ganz hervorragend, denn ich war von der ersten Seite an in der Geschichte drin, hatte während des Lesens immer wieder Momente, in denen ich das Buch zur Seite legen musste, weil ich einfach nicht fassen konnte, was da gerade passiert war. Ich habe Pausen gebraucht, um das Gelesene zu verarbeiten, musste innehalten, weil ich mir erst mal meine eigenen Gedanken zum Buch machen wollte, bevor ich weitergelesen habe, um zu sehen, wohin Guillaume Musso mich als Leserin führt. Genau so erwarte ich seine Romane und genau so liebe ich sie.

“Vielleicht morgen” lässt sich auf kein bestimmtes Genre festlegen. Das Buch enthält fantastische Elemente, liest sich streckenweise wie ein Kriminalroman, erzählt andeutungsweise von Gefühlen, und ist dabei durchweg spannend. Denn natürlich hat sich Guillaume Musso wieder einen ganz besonderen Aufhänger für sein neuestes Werk ausgedacht und als Leser brennt man förmlich darauf, zu erfahren, was hinter dem Ganzen steckt. Ich wäre nie auf die Auflösung gekommen, die sich der Autor ausgedacht hat. Aber diese Unvorhersehbarkeit macht jedes der Bücher von Musso so besonders und ich finde es toll, wie er seine Leser verwirrt und sie immer wieder überrascht. Wobei mir als Leserin, die eher einen Bogen um Krimis und Thriller macht, der Krimianteil des Buches weniger zugesagt hat als der Rest.

Nicht für jedes Ereignis gibt es eine rationale Erklärung, ein wenig muss man sich auch einfach auf das Gedankenexperiment des Autors einlassen können. Als Belohnung dafür erhält man eine wunderbar durchdachte und schlüssige Geschichte, die mit vielen Überraschungen aufwartet und schließlich dafür sorgt, dass man das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zuklappt und noch einmal verträumt über das Cover streicht, bevor das Buch zu den anderen Schätzen ins Regal wandert.

Mein Fazit

Wo Guillaume Musso draufsteht, ist auch Guillaume Musso drin.

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