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Aus Liebe zum Buch

21. bis 27. Mai 26. Mai 2012

 

Und hier sind sie auch schon: Die Neuerscheinungen der Woche! :cool:

 

Edgar Rai . Wenn nicht, dann jetzt

Jan ist in den besten Jahren. Nur warum die so heißen, ist ihm schleierhaft. Als Vater einer 16-jährigen Tochter ist er ein Versager und als Ehemann eine Vollniete. Das liegt weder an seiner Intelligenz noch an seinem Charme. Das liegt vor allem daran, dass er die Frau, die er bis heute liebt, vor 15 Jahren verlassen hat: Sergeja. Musikerin und Mutter der gemeinsamen Tochter Mia. So richtig hat Jan nie begriffen, was ihn damals geritten hat, und jetzt will Sergeja wieder heiraten – einen anderen. Und zwar in dem kleinen slowenischen Dorf, in dem auch sie sich damals das Jawort gaben. Ist es zu spät? Ab in den Süden! – Ein liebevoll chaotischer Beziehungsroman mit viel Witz, Herz und Himmelsbläue.

 

Austin Wright – Tony & Susan

Susan Morrow hat gelernt, immer ja zu sagen. Nicht aufzubegehren, mitzuspielen, die Dinge hinzunehmen, wie sie sind: den Ehemann, der Herzchirurg ist, nur seine Karriere im Blick hat und sie wahrscheinlich mit einer Arzthelferin betrügt. Die Ehe, die unbemerkt immer mehr in die Brüche geht. Ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter.
Da erhält sie eines Tages Post von ihrem Exmann Edward, von dem sie seit zwanzig Jahren nichts mehr gehört hat. Als sie ihn damals verließ, war er ein angehender Schriftsteller, voller hochfliegender Pläne. Jetzt hat er ihr das Manuskript eines Romans geschickt, und widerstrebend beginnt sie, es zu lesen. Es ist die zutiefst verstörende Geschichte des Mathematikprofessors Tony Hastings, dessen Frau und Tochter auf der gemeinsamen Fahrt in den Urlaub entführt und grausam ermordet werden. Es ist die Geschichte eines Mannes, dessen ganzes Leben zerbricht, weil er gelernt hat, immer vernünftig zu bleiben. Weil er verlernt hat, sich zu wehren. Und weil er nicht glauben will, dass seine schlimmsten Ängste wirklich wahr werden könnten. Unaufhaltsam gerät Susan in den Sog dieses beklemmenden Romans. Und je weiter sie liest, desto mehr beginnt sie zu ahnen, dass Edward vielleicht gar nicht ihre Meinung über sein Manuskript einholen will. Dass er vielmehr auf raffiniert verschlüsselte Weise von ihr selbst erzählt …

 

Kim Winter – Sternensturm

Iason hat sich entschieden: für die Liebe, für ein Leben mit Mia. Eigentlich perfekt. Aber plötzlich verschwinden Menschen spurlos aus der Stadt. Und ein unheimliches Flüstern spricht in der Nacht zu Mia. Sie fühlt sich gezogen und weiß nicht wohin. Stimmt es, dass die Entführer in Wirklichkeit hinter ihr her sind? Zweifel keimen auf, ob es Mia wirklich bestimmt ist, den Frieden nach Loduun zu bringen. Und bald schon nährt sich der Verdacht, dass sie vielmehr von einer dunklen und gefährlichen Macht gelenkt wird. Als Wächter seines Planeten muss Iason eine folgenschwere Entscheidung treffen und Mia gerät in ein Netz aus Intrigen, in dem sie niemandem trauen kann, am wenigsten sich selbst. Eine Liebe überbrückt alle Welten. Die packende Liebesgeschichte von Iason und Mia geht weiter…..

 

Mary L. Longworth – Tod auf Schloss Bremont

Etienne de Bremont, ein bekannter Dokumentarfilmer, stürzt nachts aus dem Dachfenster des unbewohnten Familienschlosses in der Nähe von Aix-en-Provence in den Tod. War es ein Unfall, ein Selbstmord oder gar Mord? Schnell gerät François de Bremont, der tief verschuldete Bruder des Toten, in Verdacht. Der junge und charismatische Untersuchungsrichter Antoine Verlaque, der in dem Fall ermittelt, bittet seine Ex-Geliebte, die Juraprofessorin Marine, um ihre Unterstützung, denn sie kennt die Familie Bremont seit ihrer Kindheit. Marine hilft Antoine jedoch nur ungern, denn noch immer hat sie Schmetterlinge im Bauch, wenn sie ihm begegnet.

 

George R. R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer 09. Der Sohn des Greifen

Die Sieben Königreiche zerfallen weiter im Machtkampf der großen Adelshäuser, die einander eifersüchtig belauern in ihrer Gier nach dem Eisernen Thron. Einigkeit finden sie nur in ihrem Misstrauen gegen Daenerys Targaryen, der rechtmäßigen Erbin der Krone. Gemeinsam mit ihren drei Drachen und einer stetig wachsenden Armee greift sie vom Osten aus nach der Herrschaft über Westeros. Die größte Gefahr droht derweil jedoch aus dem Norden, wo schreckliche Geschöpfe sich erheben, um die Menschen des Südens zu überrennen. Allein Kommandant Jon Schnee und seine wenigen tapferen Männer von der Nachtwache stemmen sich verzweifelt gegen diese finstere Übermacht …

 

Annabel Pitcher – Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

Seit der zehnjährige Jamie das Spider-Man-T-Shirt von seiner Mutter geschenkt bekommen hat, wartet er nur darauf, dass sie ihn besucht und ihn darin bewundert. Schließlich hat sie das versprochen. Aber wie so vieles, was Erwachsene sagen, war auch das eine Lüge. Genauso wie jeder nach dem Tod seiner Schwester Rose beteuert hat, dass alles wieder gut werden würde. Stattdessen ist es eigentlich nur schlimmer geworden. Sein Vater trinkt und versinkt in Trauer. Seine Mutter ist verschwunden und meldet sich nicht mehr. Und seine Schwester hat beschlossen, nicht mehr zu essen. Dabei will Jamie nur, dass seine Familie wieder zueinander findet. Doch dann freundet er sich in der Schule mit Sunya an, und plötzlich nimmt sein Leben eine ganz andere Wendung.

 

Joseph Finder – Lebendig und begraben

Nick Heller, seines Zeichens Privatdetektiv, wird von einem alten Freund angeheuert. Der Milliardär Marshall Marcus muss seine Tochter retten, die gekidnappt wurde und in einem unterirdischen Grab gefangen ist. Das Mädchen wird von einer Kamera überwacht und ist im Internet zu sehen. Heller weiß, dass er nicht viel Zeit hat. Doch bald stellt sich heraus, dass Marshall pleite ist und er so viele Schuldner und Feinde hat, dass halb Amerika ein Motiv haben könnte, ihn zu erpressen. Aber um Alexa zu finden, muss Heller herausfinden, wer hinter der Entführung steckt. Die Spur führt nach Russland – und in höchste Regierungskreise.

 

Celine Kiernan – Königspfade

Lange währte die Irrfahrt der jungen adeligen Wynter durch die dunklen Wälder des Königreiches. Doch endlich ist sie an ihrem Ziel angelangt: dem geheimen Lager des abtrünnigen Prinzen Alberon. Ihr zur Seite steht ihr treuer alter Freund Razi, der Halbbruder des Prinzen. Und Christopher, mit dem Wynter eine zarte Liebe verbindet, obwohl er ein düsteres Geheimnis hütet. Gemeinsam versuchen die Gefährten, den Prinzen zur Aussöhnung mit seinem Vater zu bewegen. Aber Alberon, der fest an seine kriegerische Überlegenheit glaubt, will nichts von ihrer friedvollen, diplomatischen Lösung wissen. Kann Wynter ihn noch von seinem halsbrecherischen Plan abbringen, in dem ihr eigener Vater eine verhängnisvolle Rolle spielt? Oder ist ihre Welt und alles, was ihr etwas bedeutet, endgültig dem Untergang geweiht?

 

Diana Fiammetta Lama – Die toten Mädchen vom Cilento

September in Pioppica, die abreisenden Sommerfrischler nehmen die Ausgelassenheit des Strandlebens mit sich fort. Nur ein kleiner Wanderzirkus verweilt noch ein paar Tage in dem verwaisten Örtchen. Da wird ein Mädchen tot in der Nähe des Zirkus aufgefunden, kurz darauf ein weiteres. Die Zahl der möglichen Verdächtigen ist unüberschaubar, und während Maresciallo Santomauro und seine treuen Brigadieri Manfredi und Gnarra sich verzweifelt im Kreis drehen, machen sich die aufgebrachten Dorfbewohner ihren eigenen Reim: Wer nicht gleich die Schausteller oder den Dorfdeppen Minuccio verurteil, erzählt hinter vorgehaltener Hand die uralte Legende der Gevatterin Perna, welche Kinder raubt, um sie ihrem nimmersatten Sohn Mao zu fressen zu geben. Unerbittlich hält die Autorin ihr Brennglas über das malerische Örtchen zwischen Bergen und Meer, bis Angst und Aberglaube zu brodeln beginnen und unter der bröckelnden Oberfläche der dörflichen Normalität ein uraltes Drama ans Licht drängt.

 

Kenize Mourad – Die Stadt aus Gold und Silber

Indien 1856. Im Harem von Lakhnau herrscht blankes Entsetzen. Britische Soldaten haben den Palast gestürmt und vertreiben die Favoritinnen aus ihren Gemächern. Nur eine Frau stellt sich dem englischen Besatzer: Hazrat Mahal, das zur Königin aufgestiegene Waisenmädchen. Sie ist ebenso schön wie entschieden, ihre Heimat zu retten. An ihrer Seite kämpft der treue Radscha Jai Lal, der für sie alles opfern würde. Zwei Jahre lang ist Hazrat die Seele des Widerstands, bis die Briten ihr ein unmoralisches Angebot machen …

 

Leon Morell – Der sixtinische Himmel

Italien, Anfang des 16. Jahrhunderts. Der junge Aurelio kommt nach Rom, um dort beim größten Bildhauer seiner Zeit in die Lehre zu gehen: Michelangelo Buonarroti. Gerade hat der Papst diesen gegen seinen Willen mit einem Deckenfresko für die Sixtinische Kapelle beauftragt. Missmutig macht sich der Künstler ans Werk. Nachts jedoch erschafft er aus weißem Marmor das Bildnis der Frau, die keiner jemals sehen darf: die Kurtisane des Papstes. Aurelio verliebt sich unsterblich in die geheimnisvolle Schöne. Doch seine Liebe wird nicht nur ihm zum Verhängnis …

 

 

Peter Beutler – Weissenau

Der junge Polizeibeamte Beat Lauber hat gegen die Verharmlosung der rechtsradikalen Szene nicht nur in Bevölkerung und Medien anzukämpfen, sondern sogar an seinem Arbeitsplatz. Schlamperei, Gleichgültigkeit und bei manchen Kollegen offene Sympathien für fremdenfeindliche Straftaten machen es ihm schwer, dem Orden der “Ritter Winkelried ” einen brutalen Überfall auf einen Obdachlosen nachzuweisen. Doch dann verschwindet ein Mitglied der Gruppe spurlos.

 

Ich hoffe, dass wieder einige interessante Bücher für euch dabei sind! Zum Bestellen kommt ihr mit einem Klick auf das Cover direkt zu eurem Buch bei Amazon! ;-)

 

Holly-Jane Rahlens – Everlasting. Der Mann, der aus der Zeit fiel 23. Mai 2012

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Für das Ermöglichen dieser Rezension danke ich dem Wunderlich Verlag. Für die tolle Leserunde danke ich Anne von catbooks. :-D

 

Klappentext:

Man schreibt das Jahr 2264.

 

Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird.

 

Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet?

 

Bald muss Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft …

 

Über die Autorin:

Holly-Jane Rahlens kam nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Theater Arts aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin. Mit Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort in den achtziger und neunziger Jahren einen Namen. Außerdem arbeitete sie als Journalistin, Radiomoderatorin und Regisseurin. Ihr Jugendbuch «Prinz William, Maximilian Minsky und ich» (2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet) kam 2007 in einer Drehbuchadaption der Autorin ins Kino.

 

Holly-Jane Rahlens lebt heute mit Mann und Sohn in Berlin-Charlottenburg.

 

Allgemeines zum Buch:

„Everlasting. Der Mann, der aus der Zeit fiel“ umfasst 428 Seiten und gliedert sich in einen Prolog, 24 Kapitel sowie einen Epilog. Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung der Autorin. Die Kapitel tragen als Überschrift nicht nur ihre jeweilige Kapitelnummer, sondern auch einen kurzen Titel, der stets zum Inhalt des entsprechenden Kapitels passt, ohne im Vornherein zu viel darüber zu verraten.

 

Geschrieben ist das Buch sowohl aus der Sicht eines allwissenden Erzählers als auch aus der Sicht der männlichen Hauptfigur Finn in der Vergangenheitsform. Hierbei hat sich die Autorin eine ganz tolle Besonderheit einfallen lassen, die ich an dieser Stelle aber auf gar keinen Fall verraten werde. Das müsst ihr schon selbst lesen! Dazu tauchen regelmäßig die Tagebucheinträge auf, die Finn übersetzen muss. Diese sind dementsprechend aus der Sicht der weiblichen Hauptfigur geschrieben, deren Namen man zunächst nicht kennt – den ich daher an dieser Stelle auch nicht verraten möchte.

 

„Everlasting. Der Mann, der aus der Zeit fiel“ ist im März 2012 als Hardcover im Wunderlich Verlag erschienen. Durch sein pinkes Cover fällt es beim Stöbern im Buchladen sofort auf.

 

Meine Meinung zum Buch:

Irgendwie hat mich „Everlasting“ aufgrund seines Klappentextes sofort angesprochen. Ich bin ja immer auf der Suche nach besonderen Geschichten, nach Ideen, die es so noch in keinem Buch gab. Nun gibt es ja schon einige Zeitreiseromane auf dem Büchermarkt, aber dennoch strahlte „Everlasting. Der Mann, der aus der Zeit fiel“ auf den ersten Blick etwas Besonderes aus und ich konnte dem Buch einfach nicht widerstehen. Und ich bin mehr als froh, es auch gelesen zu haben.

 

In dem Buch steckt nämlich viel mehr als „nur“ ein Zeitreiseroman. Natürlich steht die Zeitreisegeschichte im Vordergrund, aber das Buch ist so detailreich und fantasievoll, dass man es kaum beschreiben kann. Das Buch spielt 250 Jahre in der Zukunft und der Autorin ist es gelungen, das Leben im Jahr 2264 auf eine sehr anschauliche und verständliche Weise zu beschreiben. Natürlich hat sich die Technik weiterentwickelt und es wurden rasante Fortbewegungsmittel erfunden. Begriffe wie „Space-Racer“, Moon Zoomer“ oder „Brain Button“ wirken am Anfang etwas befremdlich, aber ihre Bedeutung ergibt sich irgendwann von selbst und man gewöhnt sich einfach an diese technischen Fachbegriffe. Sie kommen auch nicht in übermäßiger Zahl vor, sondern sind wohl dosiert und werden nur an passenden Stellen erwähnt.

 

Aber es gibt auch Entwicklungen, die nicht so erfreulich sind. Zum Beispiel ist die Liebe so gut wie ausgestorben, da sie in der Vergangenheit für gebrochene Herzen und Kriege geführt hat. Die Idee mag dem einen oder anderen von euch aus „Delirium“ von Lauren Oliver bekannt vorkommen. Deutsch ist inzwischen eine tote Sprache, kein Wunder, nachdem Europa in einem Großen Feuersturm so gut wie vernichtet wurde. Dazu ist das kleine Wörtchen und Pronomen „Ich“ total verpöhnt und wird nicht mehr verwendet. Gesprochen wird von sich selbst in der dritten Person. Ich würde von mir gerade als „diese Rezensions-Schreiberin“ reden. Klingt das nicht total abgefahren? Aber es passt perfekt zum Buch!

 

Die Autorin hat sich einfach unheimlich viel Mühe damit gegeben, die Welt in der Zukunft zu beschreiben. Und dabei geht sie genügend ins Detail, um als Leser alles zu verstehen und der Handlung problemlos folgen zu können. Was die Zeitreisen betrifft, muss man schon ein gewisses Maß an Fantasie aufbringen, um nachvollziehen zu können, wie diese möglich sind. Aber man fühlt sich wirklich von der Autorin an die Hand genommen, so anschaulich beschreibt sie das Leben im Jahr 2264.

 

Ein großer Teil des Buches spielt in Berlin und Leser, die diese Stadt schon einmal besichtigt haben, werden die Handlung besonders gut nachvollziehen können, da bekannte Straßennamen und Sehenswürdigkeiten erwähnt und beschrieben werden und Berlin selbst dadurch schon fast zu einer Hauptfigur des Buches wird. Leser, die Berlin noch nicht kennen, werden sicherlich neugierig auf diese Stadt gemacht. Ich selbst war schon mehrere Male in Berlin und es hat mir großen Spaß gemacht, die Stadt mittels dieses Buches erneut zu besuchen. Berlin hat einige Eigenheiten und Besonderheiten, welche die Autorin als Anlass für so manche interessante Begebenheit genommen hat.

 

Es gibt viele tolle und interessante Anspielungen auf unsere heutige Zeit, die für die Charaktere des Buches natürlich weit, weit entfernte Vergangenheit ist. So wird zum Beispiel um den Hubba-Bubba-Kaugummi ein großes Phänomen aufgebaut, während die Bücher von  J. K. Rowling als britische Klassiker im gleichen Atemzug mit denen von Charles Dickens genannt werden. Ein Quelle-Katalog spielt übrigens auch eine kleine Nebenrolle. Und es wird auch auf ernste Themen unserer Zeit Bezug genommen, nämlich zum Beispiel auf die Diskussion um die negativen Einflüsse von PC-Spielen. Auch in der Zukunft hat sich im Hinblick auf diese Problematik noch nicht viel getan… Und auch die Diskussion Buch – E.Book wird erwähnt. ;-)

 

Die Handlung des Buches ist einfach total tiefgründig und vielschichtig und in ihr stecken so viele Details, die es zu entdecken gilt. Die Handlung macht einfach Spaß! Dazu kommt, dass die Autorin einige überraschende Wendungen eingebaut hat, die mich total verblüfft haben. Ich hatte während des Lesens ein paar Aha-Effekte und so manches Puzzleteil hat sich erst nach und nach in das Gesamtbild eingefügt. Die Handlung ist total logisch konstruiert und überzeugt problemlos. Das Buch ist fesselnd und spannend und – ich kann es nur noch einmal wiederholen – macht einfach Spaß!

 

Besonders ist aber nicht nur die Handlung, sondern auch der Schreibstil der Autorin. Man merkt dem Buch an, dass Holly-Jane Rahlens es mit einem Augenzwinkern geschrieben haben muss. Denn es gibt so viele humorvolle oder ironische Szenen und Dialoge, die mich oft genug zum Lachen gebracht haben. Dabei wirken diese Lacher aber keinesfalls gestellt oder konstruiert, sondern passen einfach perfekt zur Handlung und den Charakteren. Man nimmt dem Buch seinen Humor mit Leichtigkeit ab. Dadurch war das Lesevergnügen natürlich ein ganz Besonderes und „Everlasting“ gehört auf alle Fälle zu den Büchern, die man immer wieder lesen kann und bei denen man mit jedem erneuten Lesen weitere Details entdeckt, die man vorher vielleicht überlesen hat. Und wie bereits angedeutet, hat sich die Autorin etwas ganz Besonderes einfallen lassen, was die Erzählperspektive betrifft. Das habe ich so noch in keinem Buch gelesen und im ersten Moment war ich etwas verwirrt, aber dann sehr schnell einfach nur total begeistert! Großartig, wie kreativ dieses Buch insgesamt ist!

 

Lasst euch übrigens nicht von dem in Rosa- und Pinktönen gehaltenen Cover abschrecken! Das Buch ist definitiv kein Buch für Mädchen! Im Gegenteil: Erwachsene Leser und auch solche des männlichen Geschlechts werden mit diesem Buch ihren Spaß haben. Natürlich deuten die Farben des Covers zusammen mit dem Klappentext aber auf etwas hin, wozu ich auch noch ein paar Worte verlieren möchte: Eine Liebesgeschichte! Ich verrate sicherlich nicht zu viel, wenn ich sage, dass eine solche in diesem Buch vorkommt. Ich muss ja nicht sagen, zwischen welchen Charakteren sie sich entwickelt! ;-) Auf jeden Fall ist diese Liebesgeschichte einfach nur schöööön! Zum Dahinschmelzen! Auch wenn sie natürlich nicht ganz einfach ist! Und: Sie ist völlig kitschfrei! Gefühlvoll und romantisch – ja! Kitschig – nein!

 

Jetzt habe ich schon den Schreibstil und die Handlung gelobt, fehlen noch die Charaktere. Diese sind allesamt lebendig und greifbar beschrieben und jeder von ihnen hat liebenswerte Eigenheiten. Finn wächst dem Leser am schnellsten ans Herz. Als männliche Hauptfigur steht er natürlich im Vordergrund, aber auch alle anderen Figuren werden dem Leser schnell sympathisch. Einige von ihnen sind nicht leicht zu durchschauen, spielen dem Leser und Finn etwas vor. Und einige von ihnen durchschaut man auf Anhieb.

 

Zusammen mit Finn lernt man als Leser die Tagebuch-Schreiberin kennen und das auf eine ganz besondere Art. Sie taucht am Anfang des Buches nur durch ihre Einträge auf und dennoch wirkt sie von Beginn an lebendig und greifbar und wird schnell zur besten Freundin. Sie charakterisiert sich im Prinzip selbst durch ihre Tagebucheinträge und gemeinsam mit Finn habe ich mich auf jeden weiteren Eintrag gefreut.

 

Am Ende ziehe ich leider, leider einen halben Einstein in meiner Bewertung ab. Und zwar wegen der Auflösung des Buches! Gerade auf den letzten Seiten bietet die Handlung ein ziemlich hohes Konfliktpotential, aber irgendwie geht am Ende dann doch alles zu einfach und zu schnell. Hier hätte ich mir einfach ein paar mehr Seiten und ein paar mehr Informationen gewünscht.

 

Mein Fazit:

Ein ganz besonderes Buch, das viel mehr als nur ein Zeitreiseroman ist und einfach komplett begeistert!

 

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Daniel Westland – Schwarze Schwäne 22. Mai 2012

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“Schwarze Schwäne” habe ich im Rahmen der Jugendbuch-Challenge von der lieben Dani von buchbegegnungen.de und vom Script5 Verlag zur Verfügung gestellt bekommen, wofür ich mich recht herzlich bedanke!

 

Klappentext:

Jennifer betreibt ihre Forschung mit großer Leidenschaft. Doch was mit einer bahnbrechenden Entdeckung im Bereich der Risikoforschung beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Kampft auf Leben und Tod. GlobalENJ – ein weltweit agierender Konzern – spielt dabei die entscheidende Rolle. Seine skrupellosen Aktivitäten sind der Katalysator, der das Ende der Menschheit unwiderruflich einläutet. GlobalENJ setzt alles daran, Jennifer an der Veröffentlichung ihrer Daten zu hindern. Und während die Ereignisse sich überschlagen, nimmt Jennifer nicht nur den Kampf mit einem übermächtigen Gegner auf, sondern tritt auch gegen die Krankheit an, die schon dem Leben ihres Vaters ein Ende gesetzt hat.

 

Über den Autor:

Daniel Westland ist überzeugt, dass zwei Dinge die Welt besser machen: Wissen und Träumen. Das Verfassen von Sachbüchern und Romanen verbindet diese beiden Faktoren. Und so schrieb er bereits zahlreiche erfolgreiche Bücher zusammen mit Ralph Caspers, Marietta Slomka, Shary Reeves, Jan Hofer, Christine Henning, aber auch im Alleingang.

 

Daniel Westland lebt in Hamburg und den USA, ist verheiratet und hat drei Kinder.

 

Allgemeines zum Buch:

„Schwarze Schwäne“ umfasst 367 Seiten und gliedert sich in 30 Kapitel, die lediglich mit ihrer jeweiligen Kapitelnummer überschrieben sind. Mit durchschnittlich zwölf Seiten haben die Kapitel eine angenehme Länge. Zum bequemeren Lesen und zum Spannungsaufbau sind sie teilweise zusätzlich in Abschnitte unterteilt.

 

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform. Der Jugendroman spielt in Wuppertal.

 

„Schwarze Schwäne“ ist im März 2012 als Taschenbuch mit Klappbroschur im script5 Verlag erschienen. Der Verlag hat sich übrigens noch eine kleine Besonderheit einfallen lassen: Aus der hinteren Broschurklappe kann ein Lesezeichen herausgetrennt werden.

 

Sowohl das Cover als auch der Titel des Buches passen zu dessen Inhalt, auch wenn recht lange unklar bleibt, warum das Buch den Titel „Schwarze Schwäne“ trägt.

 

Meine Meinung zum Buch:

Das Buch basiert auf einem sehr interessanten Grundgedanken: Inwieweit beeinflussen sich Risikofaktoren wie Umweltkatastrophen, steigende Krebserkrankungen, sinkende Geburtenraten, Seuchen, Allergien, oder Autounfälle und welche Konsequenzen haben diese auf das Überleben der Menschheit? Lässt sich ausrechnen, welche Lebenserwartung jeder Einzelne hat? Lässt sich vorhersagen, in welchem Alter man an einem unheilbaren Leiden erkranken wird?

 

Der Aufhänger ist echt gut und total spannend, aber leider hat mir die Umsetzung nicht so gut gefallen. Das Buch umfasst mehrere Handlungsstränge, die spätestens mit jedem neuen Kapitel, teilweise aber auch von Abschnitt zu Abschnitt wechseln. Wirklich interessiert hat mich nur einer der Handlungsstränge, nämlich der um die weibliche Hauptfigur Jennifer, die an einer schweren und unheilbaren Krankheit leidet. Meiner Meinung nach hätte diese Tatsache nicht mal Bestandteil des Buches sein müssen, da sie auf ziemlich konstruierte Art und Weise für Dramatik sorgt. Aber gut, das Buch beschäftigt sich ja sowieso mit den Themen Krankheit und Tod – irgendwie passt es dadurch doch ganz gut ins Bild. Jennifer ist auch der einzige Charakter, der mir wirklich sympathisch geworden ist. Alle anderen Figuren bleiben einfach zu blass. Für Spannung sorgt dabei nur, dass man manche Charaktere nicht auf Anhieb in die Kategorie „gut“ oder „böse“ einordnen kann und das Verhalten mancher Figuren für Überraschung sorgt.

 

Die anderen Handlungsstränge beschäftigen sich hautpsächlich mit Jennifers Gegnern, die ihr aufgrund von Tatsachen, die ich an dieser Stelle nicht verraten möchte, auf den Fersen sind, da sie Jennifer als eine Bedrohung ansehen. Hier erwarten den Leser einige Verfolgungs- und Kampfszenen, die aufgrund von Jennifers Erkrankung stellenweise doch recht unauthentisch wirken. Manchmal habe ich mich schon gefragt, wie Jennifer noch so kämpfen kann, wo ihr Körper doch eigentlich geschwächt ist. Die Verfolgungsszenen, haben bei mir kurzzeitig für Spannung gesorgt, für einen Thriller ist das Buch aber insgesamt nicht spannend genug. Die Handlung plätschert eher vor sich hin und durch die vielen Wechsel zwischen den Handlungssträngen hat man auch kaum Zeit, sich wirklich in sie hineinzulesen.

 

Das Buch beschäftigt sich mit menschlichen Versuchskaninchen, die egoistischen Konzernen bei der Entwicklung von Medikamenten helfen sollen und mit Gendefekten. Daniel Westland betrachtet nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter, die rücksichtslos nach Macht und Gewinn streben. Wie gesagt, die Hintergrundideen sind total interessant, die Umsetzung bleibt jedoch etwas hinter diesen Ideen zurück. 

 

Trotz einiger Fachbegriffe aus dem Bereich der Biomathematik und der Chemie liest sich das Buch doch recht angenehm. Für ein Jugendbuch ist der Stil des Autors angemessen und das Buch liest sich leicht und flüssig. Für das Verständnis des Buches erforderliche Fachkenntnisse werden dem Leser vom Autor anschaulich und nachvollziehbar vermittelt.

 

Mein Fazit:

Ein Buch, dem es für einen Thriller zu offensichtlich an Spannung fehlt und dessen Grundideen leider nicht überzeugend umgesetzt wurden.

 

 

14. bis 20. Mai 19. Mai 2012

 

Vielleicht habt ihr ja schon darauf gewartet – hier sind auf jeden Fall die Neuerscheinungen der Woche. :-D

 

Janet Evanovich – Zuckersüße Todsünden

Lizzy Tucker träumt von einem soliden Leben. Gerade hat sie das von ihrer Tante geerbte Häuschen in Salem bezogen und einen Job als Konditormeisterin in Dazzle’s Bakery angenommen, da löst sich dieser Traum mit dem erscheinen des mysteriösen Diesel plötzlich in Luft auf. Diesel glaubt nämlich, dass Lizzy die Gabe besitzt, magische Gegenstände aufzuspüren. Und das könnte einen entscheidenden Vorsprung gegenüber seinem Cousin und Erzrivalen Wulf bedeuten – in einer kosmischen Schlacht, die gerade erst begonnen hat …

 

 

Tess Gerritsen – Totengrund

Dr. Maura Isles will in Kingdom Come Zuflucht vor dem Schneechaos finden. Doch es sieht aus, als hätten die Bewohner ihre Häuser nur Minuten vor ihrer Ankunft fluchtartig verlassen: Fenster und Türen stehen offen, Tische sind gedeckt – doch das Essen auf den Tellern ist festgefroren, kein Mensch weit und breit … Mauras Spur verliert sich. Bis eine Unfallmeldung Jane Rizzoli in Boston erreicht: Ein Wagen mit vier Insassen ist in eine Schlucht gestürzt. Unter den Toten ist eine Frau in Mauras Alter, und im Fond liegt ihr Gepäck …

 

Myra McEntire – Hourglass. Die Stunde der Zeitreisenden

Die 17-jährige Emerson Cole sieht Dinge, die niemand sonst sehen kann: Es sind Geister, Menschen aus einer anderen Zeit. Keiner konnte ihr bisher erklären warum. Erst als sie Michael Weaver kennenlernt, den attraktiven Experten einer mysteriösen Organisation namens „Hourglass“, scheint ihre Welt wieder Sinn zu ergeben. Nicht nur fühlt sie sich zu ihm hingezogen, sondern er eröffnet ihr, dass sie eine besondere Gabe besitzt – sie kann durch die Zeit reisen. Nur deshalb hat Michael sie aufgesucht, und nur deshalb schwebt sie bereits in größter Gefahr.

 

Chelsea Cain – Totenfluss

Portland, Oregon. Der Willamette River ist seit Tagen ein reißender Strom, und schon mehrere Menschen sind der Überschwemmung zum Opfer gefallen. Zumindest auf den ersten Blick … denn der zweite, genauere Blick der Pathologen enthüllt, dass wenigstens eine der Toten nicht etwa ertrunken ist, sondern vergiftet wurde, bevor sie ihr nasses Grab fand. Schon bald finden die Ermittler, allen voran Archie Sheridan, weitere Opfer eines Mörders, der sich der Flut bedient, um seine Taten zu verschleiern …

 

Tim Boltz – Nasenduscher

Hatschi. Robert Süßemilch leidet zum ersten Mal im Leben unter einer Pollenallergie. Um den Frühblühern der Großstadt zu entkommen, bucht er eine Last-Minute-Kreuzfahrt. Dummerweise muss seine Freundin Jana auf Geschäftsreise, weshalb sich Robert allein um den schwulen Kater von Janas Chef kümmern muss, auf den er zu allem Überfluss auch noch allergisch reagiert. Ist dies das vorzeitige Ende der Kreuzfahrt und Roberts pollenfreier Atemluft? Zumal an Bord natürlich keine Haustiere erlaubt sind – es sei denn, man ist sehbehindert und nennt einen Blindenhund sein eigen. Doch wer sagt eigentlich, dass ein Kater diesen Job nicht genauso gut machen kann? Robert lässt sich auf das gewagte Spiel ein und reist im wahrsten Sinne des Wortes als blinder Passagier. Klar, dass das nicht gutgehen kann …

 

Sean Black – Rattennest

Der neue Auftrag des Bodyguards Ryan Lock sollte reine Routine werden. Aber Frank »Reaper« Hays gehört der gefürchtetsten Gefängnisgang Amerikas an – gegen die er in einer Woche aussagen soll. Um ihn bis dahin zu beschützen, lässt sich Lock in das Hochsicherheitsgefängnis einschleusen. Doch der hochintelligente Reaper spielt ein tödliches Spiel. In einer erbarmungslosen Welt, in der man niemandem trauen kann, erkennt Lock, dass nicht nur Reaper diese Woche überleben muss – sondern auch er selbst …

 

Alessia Gazzola – Mit Skalpell und Lippenstift

Ein Mord in Roms Oberschicht: Giulia, Jurastudentin aus bester Familie, wird tot aufgefunden. Wer war der Liebhaber, den sie kurz vor ihrem Tod empfangen hat? Und wer hat ihr die tödliche Dosis Medizin verabreicht? Alice Allevi, Assistenzärztin der Rechtsmedizin, löst den fast perfekten Mord mit Witz, Intelligenz und Hartnäckigkeit. Dabei hat sie es nicht leicht: An ihrem Institut scheinen eigentlich alle gegen sie zu sein, ihre Versetzung ins nächste Assistenzjahr ist gefährdet, und dann kommt ihr auch noch eine Leiche abhanden. Auch ihr Privatleben steht unter einem schwierigen Stern – ausgerechnet dem egozentrischen Arthur, dem Sohn ihres Chefs, fliegt ihr Herz zu. Ein spannender, humorvoller Pathologie-Krimi mit einer Heldin, die in ihrem Charme Bridget Jones in nichts nachsteht.

 

Colin Cotterill – Der Tote im Eisfach

Der 73-jährige Dr. Siri Paiboun, einziger und querköpfiger Leichenbeschauer in Laos, leidet. Man hat ihn verdonnert, an einer politischen Konferenz im Norden des Landes teilzunehmen, wo es ihn kaum überrascht, als einer der Genossen mutmaßlich aus Langeweile tot vom Stuhl fällt. Unterdessen hält seine Assistentin Dtui in der Hauptstadt die Stellung und hat es auch nicht leichter. Im Leichenschauhaus wurde versehentlich ein Toter tiefgefroren – die neue sowjetische Kühlkammer ist unerwartet effektiv –, der sich später als höchst explosiv erweist: Im Bauch der Leiche findet sich eine Handgranate, die wohl für Dr. Siri gedacht war. Während Dtui der Sache nachgeht, wird Siri entführt und bekommt es mit einem Fall zu tun, der mindestens ebenso mysteriös ist wie das Rätsel des eisgekühlten Unbekannten …

 

K. L. Going – Evies Garten

Seit die zehnjährige Evie ihre Mutter verloren hat, kommt ihr die ganze Welt kalt, grau und leblos vor. Der Umzug in eine neblige Kleinstadt mitten im Nirgendwo macht das alles nicht besser. In diesem seltsamen Ort liegt die neue Apfelplantage von Evies Vater, auf der nur alte, knorrige Bäume stehen, die nicht mehr blühen. Doch dann findet Evie einen Freund – Alex, der behauptet, ein Geist zu sein. Ist das wirklich möglich? Und gibt es einen Grund, warum die Stadt so kalt und grau ist? Evie und Alex entdecken das Geheimnis des Nebels und der leblosen Bäume …

 

 

Veit Etzold – Final Cut

Ein Killer, der wie ein Computervirus agiert: unsichtbar und allgegenwärtig. Er nennt sich der Namenlose, und seine Taten versetzen ganz Berlin in Angst und Schrecken. Hauptkommissarin Clara Vidalis und ihr Team sind in der Abteilung für Pathopsychologie ohnehin schon für die schweren Fälle zuständig, aber die Vorgehensweise dieses Verbrechers raubt selbst ihnen den Atem. Perfide und genial, lenkt er die Ermittler stets auf die falsche Fährte. Und erst allmählich begreift die Kommissarin, dass der Namenlose sein grausames Spiel nicht mit der Polizei spielen will, sondern nur mit einem Menschen: mit ihr, Clara Vidalis. Während die Ermittler noch verzweifelt versuchen, die Identität des Killers aufzudecken, startet der Medienmogul Albert Torino eine neue Casting-Show. Und es gibt jemanden, der diese Show für seine eigenen, brutalen Zwecke nutzen wird: der Namenlose.

 

Monika Peetz – Sieben Tage ohne

Die Dienstagsfrauen gehen fasten. Fünf ungleiche Freundinnen, ein gemeinsames Ziel: Entschleunigen, entschlacken, abspecken, so lautet das Gebot der Stunde. Zu ihrem jährlichen Ausflug checken die Dienstagsfrauen im einsam gelegenen Burghotel Achenkirch zum Heilfasten ein. Sieben Tage ohne Ablenkung. Kein Telefon, kein Internet, keine Männer, keine familiären Anforderungen und beruflichen Verpflichtungen. Leider auch sieben Tage ohne Essen. Theoretisch jedenfalls. Quälender Heißhunger, starre Regeln und nachreisende Probleme führen zu immer neuen Heimlichkeiten und gefährden jeden Therapieerfolg. Statt Entspannung gibt es Missverständnisse, Streit und schlaflose Nächte. Die schwerste Prüfung jedoch steht Eva bevor. Hinter den dicken Burgmauern begibt sie sich auf die Suche nach ihrem unbekannten Vater. Sie entdeckt, dass man manche Familien geheimnisse besser ruhen ließe…

 

Alix Rickloff – Geheimnisvolle Versuchung

Catriona O’Connell landete unverschuldet in den Slums von Dublin, wo sie um ihr Überleben kämpfen muss. Als sie angeheuert wird, ein mysteriöses Buch zu stehlen, kann sie nicht Nein sagen. Doch der Auftrag geht schief: Aidan, Earl of Kilronan, erwischt die junge Diebin in seiner Bibliothek. Als er Cat ansichtig wird, ist er nicht nur von ihrem Liebreiz bezaubert, sondern erkennt, dass sie das magische Blut der Fey in sich trägt … Und nicht nur das: Cat versteht auch die mystische Sprache, in der das Buch verfasst ist, das Aidan von seinem ermordeten Vater geerbt hat. Aidan stellt die charmante Frau vor die Wahl: Entweder übersetzt sie das Buch, oder er führt sie ihrer harten Strafe zu …

 

 Sonia Marmen – Lanze und Rose

Der zweite Roman der opulenten Highland-Saga um Caitlin und Liam!

Schottland 1715. Caitlin und Liam MacDonald leben mit ihren drei Kindern in Glencoe, dem wild-romantischen »Tal der Tränen«. Bis der Aufstand der Jakobiten Schottland heimsucht und auch Liam und die beiden Söhne Ranald und Duncan zu den Waffen gerufen werden. Trotz der Auseinandersetzungen entbrennen Duncan und die zauberhafte Marion füreinander. Doch ihre Liebe muss geheim bleiben – denn Marion ist die Enkelin des Mannes, der seinerzeit einen blutigen Verrat gegen die MacDonalds angeführt hat …

 

Doris Cramer – Das Leuchten der Purpurinseln

Antwerpen, 1520. Da ihr Vater im Sterben liegt, müssen sich Mirijam und Lucia Van de Meulen auf eine gefahrvolle Reise nach Andalusien begeben, wo sie bei Verwandten ein neues Leben beginnen sollen. Doch auf hoher See geraten sie in Gefangenschaft und werden nach Afrika gebracht. Dort wird Lucia in einem Harem eingesperrt, während Mirijam als Sklavin derart gefoltert wird, dass sie die Sprache einbüßt. Sie überlebt allein dank der Hilfe eines maurischen Heilers. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg nach Mogador, der Stadt der Purpurschnecken. Dort lernt Mirijam nicht nur die Kunst des Färbens und des Heilens, sondern auch die Liebe kennen …

 

Rachel Joyce – Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Harold Fry will nur kurz einen Brief einwerfen an seine frühere Kollegin Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.

 

 

Linda Belago – Im Land der Orangenblüten

Rotterdam 1850: Die junge Julie Vandenberg verliert bei einem tragischen Unfall ihre Eltern. Ihr Onkel übernimmt die Vormundschaft – jedoch nur, um Julies große Erbschaft im Blick zu behalten. Als sie achtzehn Jahre alt ist, verheiratet er sie mit seinem Geschäftspartner Karl Leevken, bei dem er Schulden hat und der durch Julies Mitgift besänftigt werden soll. Julie ist nun an einen Mann gebunden, den sie kaum kennt, doch scheint er charmant, charismatisch, weltgewandt. Sie folgt ihm in die niederländische Kolonie Surinam in Südamerika, wo Karl sehr erfolgreich eine Zuckerrohrplantage betreibt. Welches Schicksal wird sie in jenem fernen tropischen Land erwarten?

 

Walter Greatshell – Gefangen in Harmony

Maddy Grant ist aufgewacht. Nach einem schrecklichen Unfall hat sie über ein Jahr im Koma gelegen. Nun haben Wissenschaftler einen Teil ihres Gehirns durch Elektronik ersetzt. Maddy kann wieder klar denken. Sie ist wieder sie selbst. In dem kleinen Ort Harmony soll Maddy lernen, wieder ein normales Leben zu führen. Doch Harmony ist kein normales Dorf. Es steht auf keiner Landkarte. Und es gibt da noch andere Details, die nicht ins Bild passen. Denn Maddy ist mehr als nur geheilt. Sie verarbeitet Informationen wie ein Computer, und sie kann aus einfachsten Dingen tödliche Waffen bauen – in Höchstgeschwindigkeit.

 

Rachel Hore – Die Karte des Himmels

Sich mit kostbaren Büchern zu beschäftigen ist für Jude mehr als ein Beruf. Es ist Leidenschaft. Daher ist sie begeistert, als sie in Norfolk eine Sammlung astronomischer Gerätschaften und Bücher bewerten soll. Sie gehörten einst dem Astronomen Anthony Wickham. Durch sein Beobachtungsjournal öffnet sich für Jude eine neue Welt. Doch wer war die junge Esther, die Wickhams Aufzeichnungen fortführte, über die aber niemand etwas zu wissen scheint? Jude forscht nach – und stößt auf eine Geschichte, die auch ihre eigene Familie betrifft.

 

Paul Dowswell – Ausländer

Berlin 1941. Mit dem Zug trifft der 14-jährige Peter in der Hauptstadt des deutschen Reiches ein. Der Waisenjunge ist in Polen aufgewachsen, doch er ist »Volksdeutscher«. Mit seinen blonden Haaren und den blauen Augen ist er der Inbegriff des propagierten arischen Ideals und kann daher problemlos an eine deutsche Nazifamilie vermittelt werden. Zunächst lebt er sich gut bei den Kaltenbachs ein und fühlt sich auch bei der Hitlerjugend sehr wohl. Doch als er sich in das mutige Mädchen Anna verliebt, hat er längst entschieden, dass er kein Nazi sein will. Gemeinsam helfen die beiden Juden, die sich in Berlin versteckt halten – und riskieren damit ihr Leben …

 

Und, sind interessante Bücher für euch dabei?

 

Stephen White – Allmächtig 17. Mai 2012

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Das Buch, das ich euch mit der folgenden Rezension vorstellen möchte, hat mich vom Klappentext her sofort angesprochen. Dazu kam dann noch das interessante Cover und schon stand für mich fest, dass ich es unbedingt lesen muss. Wie es mir gefallen hat, lest ihr am besten selbst. ;-)

 

Klappentext:

Mitten an einem herrlichen Wochentag verschwinden auf dem Campus der Eliteuniversität Yale etliche Studenten spurlos – unter ihnen der Sohn des Armeesekretärs und der Sohn einer Kandidatin für den Obersten Gerichtshof. Handelt es sich um eine Entführung? Terrorismus? Die Behörden sind ratlos. Doch die politische Bedeutsamkeit der verschwundenen Personen ruft die CIA und die Geiselrettungstruppe des FBI auf den Plan. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich bald auf das einer Festung gleichende Gebäude, in dem einer der ältesten Geheimbünde Yales seinen Hauptsitz hat.

 

Der ehemalige Polizist Sam Purdy findet sich ebenfalls in New Haven ein, wo er auf ein ungleiches Bundesagentenpaar trifft: FBI-Agent Christopher Poe und CIA-Analystin Deirdre Drake. Als die unbekannten Geiselnehmer beginnen, scheinbar ohne System einige Geiseln freizulassen und andere zu töten, tun sich Sam, Poe und Dee zusammen. Gemeinsam hoffen sie, noch rechtzeitig herauszufinden, was im Inneren des fensterlosen Verbindungshauses vor sich geht, bevor das Treiben der Entführer seinen blutigen Höhepunkt erreicht.
 

Über den Autor:

Stephen White ist ein erfolgreicher amerikanischer Autor zahlreicher Thriller, die regelmäßig die New-York-Times-Bestsellerlisten anführen und bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden. In seine Bücher baut er seine langjährige praktische Erfahrung als Psychologe ein, um seine faszinierenden Handlungen und komplexen Charaktere zu erschaffen. Geboren in Long Island und aufgewachsen in New York, New Jersey und Südkalifornien, machte White seinen Doktor an der University of Colorado und arbeitete lange als Psychologe, bevor er sich schließlich seiner Karriere als Schriftsteller widmete. Stephen White lebt mit seiner Familie in Colorado.
 

Allgemeines zum Buch:

„Allmächtig“ umfasst 480 Seiten und gliedert sich in insgesamt 76 Kapitel, die mit durchschnittlich sechs Seiten recht kurz sind. Zum Spannungsaufbau sind sie teilweise zusätzlich in Abschnitte unterteilt, die außerdem den Lesefluss erleichtern. Als Überschrift tragen die Kapitel ihre jeweilige Kapitelnummer sowie eine Orts- und Datumsangabe.

 

Das Buch umfasst einen Handlungszeitraum von ungefähr zwei Wochen und spielt in New Haven, der Universitätsstadt von Yale, im Bundesstaat Connecticut.

 

Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung des Autors.

 

Der Thriller hat sowohl zwei Erzählebenen als auch zwei Zeitebenen. Einige Kapitel sind in der Gegenwartsform, einige in der Vergangenheitsform geschrieben. Dies bemisst sich anhand der Datumsangabe über den Kapitel. Das Buch beginnt am 19. April – dieses Kapitel und jene, die an den darauffolgenden Tagen spielen, sind in der Gegenwartsform geschrieben. Es gibt aber auch Kapitel, die vorher in der Zeit spielen. Diese sind entsprechend in der Vergangenheitsform geschrieben. Manche Teile des Romans sind aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben, manche aus der Sicht des Ich-Erzählers Sam Purdy.

 

Das Cover des Romans ist sehr auffällig, auch ein wenig beängstigend. Auf jeden Fall passt es zum Genre Thriller und macht neugierig auf den Inhalt des Buches.

 

„Allmächtig“ ist im November 2011 im Blanvalet Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Siege“ bei Dutton, Penguin Group (USA) Inc., New York. Übersetzt wurde das Buch von Bernhard Kempen.
 

Meine Meinung zum Buch:

Bereits mit der ersten Seite gelingt es Stephen White, enorme Spannung aufzubauen. Denn die erste Seite des Thrillers enthält eine Botschaft, deren Empfänger zunächst unbekannt ist, deren Bedeutung umso deutlicher wird: Es geht um Leben und Tod. Doch die Nachricht enthält einige kryptische Aussagen, mit denen auch der Empfänger der Botschaft nichts anfangen kann. Deren Bedeutung wird im Laufe des Buches jedoch sehr deutlich werden. Unmissverständlich deutlich.

 

Schon im ersten Kapitel ist die Situation so, wie sie im Klappentext beschrieben wird: Die Studenten sind entführt worden und befinden sich zusammen mit ihren Geiselnehmern im Gebäude der Geheimgesellschaft Book & Snake, das einer Festung gleicht. Polizei und Reporter sind vor Ort und beobachten gespannt das Geschehen. Dann tritt Carmen Carmody auf den Plan, sie ist Geiselunterhändlerin und ihr Ziel ist es, mit den Geiselnehmern zu verhandeln, um die Entführung möglichst glimpflich zu Ende zu bringen. Der Leser bekommt durch diesen Charakter Einblicke in die Arbeit einer Verhandlungsführerin, bei der viel psychologisches Geschick gefragt ist. Carmody wird vor einige Entscheidungen gestellt, zu der nicht nur die gehört, ob man den ersten Forderungen der Entführer sofort nachkommen sollte. Carmody ist ein sehr sympathischer Charakter, sie hat starke Nerven und Durchsetzungsvermögen und ist sich der Verantwortung, die auf ihren Schultern lastet, bewusst. Sie spielt im Buch eine tragende und bedeutsame Rolle.

 

In einem zweiten Handlungsstrang lernt der Leser Sam Purdy kennen, einen Polizisten, der aufgrund eines Vorfalls in der Vergangenheit vom Dienst suspendiert wurde. Darüber erfährt man als Leser nichts, es spielt für die Handlung des Romans auch keine Rolle. Entscheidend ist lediglich, dass Sam nicht von seinem Chef mit Ermittlungen in diesem aufsehenerregenden Fall betraut wurde. Er ist aus anderen, eher privaten Gründen nach Yale gereist, um dort Nachforschungen anzustellen und herauszufinden, wer die Studenten im Gebäude der Geheimgesellschaft Book & Snake festhält und ob es eine Chance gibt, sie lebend aus der schrecklichen Situation herauszubekommen.

 

Schließlich werden auch die weiteren Hauptcharaktere Poe und Dee vorgestellt, die nicht nur beruflich auf einer Wellenlänge liegen, sondern die darüber hinaus eine Affäre miteinander haben. Mit der Einführung dieser Charaktere flacht er Spannungsbogen extrem ab, denn in den folgenden Szenen konzentriert sich der Autor zu sehr auf die zwischenmenschliche Beziehung der beiden. Die Dialoge sind entsprechend emotional und drücken teilweise schon sehr auf die Tränendrüse, wirken zudem sehr gestellt. Die eigentliche Handlung des Buches rückt hier zu sehr in den Hintergrund. Und doch gelingt es dem Autor nicht komplett, dem Leser die beiden Charaktere nahe zu bringen. Sie bleiben blass, wirken unnahbar und es fällt schwer, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

 

Dennoch heißt es: dranbleiben! Denn das lohnt sich! Nach knapp 100 Seiten kehrt der Autor zum Handlungsschwerpunkt zurück und ab diesem Moment steigert sich die Spannung mit jeder Seite. Einige Geiseln verlassen das Gebäude, in dem sie gefangen gehalten werden. Manche von ihnen dürfen am Leben bleiben, anderen wiederum tragen eine Bombe am Körper, die nach wenigen Minuten ausgelöst wird. Besonders schwer für die Ermittler macht es ihnen der Entführer dadurch, dass er sich an kein Lehrbuch und an keine Spielregeln hält. Er handelt scheinbar ohne System und es ist nicht nachzuvollziehen, worin die Grundlagen für sein Handeln liegen, was er sich mit der Entführung erhofft, welche Rolle die Geiseln dabei spielen und vor allem, warum er gerade die betroffenen Studenten ausgewählt hat. Der Leser weiß das ganze Buch hindurch genauso viel wie die Ermittler. Auch er tappt im Dunkeln darüber, wer der Täter ist und welche Motive er hat.

 

Der Entführer versteht es, die Polizisten und Ermittler bei Laune zu halten: Plötzliche lärmende Musik, für die es scheinbar keinen Grund gibt; ein Video, das auf Youtube veröffentlicht wird und eine Innenansicht des Gebäudes zeigt, in dem die Studenten gefangengehalten werden und das verdeutlicht, dass jeder Versuch, in das Gebäude einzudringen, mit dem Auslösen einer Bombe verbunden ist, die das Gebäude mitsamt Inhalt in die Luft sprengt; Bewegungen an einem Lüftungsschacht, durch die sich das Rohr einer Waffe schiebt.

 

All diese Szenen sorgen für enorme Spannung und halten den Lesefluss auf einem konstanten Level. Als Leser will man einfach nur noch wissen, was hinter der Entführung steckt. Und letztlich gelingt es dem Autor sogar, Sympathie beim Leser für die bislang eher blassen Charaktere Dee und Poe zu wecken. Denn sie werden in den Haupthandlungsstrang und somit die spannungsgeladene Atmosphäre einbezogen.

 

Eine besondere Atmosphäre bekommt das Buch durch seinen Handlungsort. Die Universität Yale umgibt aufgrund ihrer Geheimbünde eine geheimnisvolle und teils düstere Stimmung. Das Gebäude der Gesellschaft Book & Snake gleicht einer Festung. Besonders hilfreich ist die Homepage des Autors www.authorstephenwhite.com, denn auf dieser hat der Autor Bilder von den Gebäuden veröffentlicht, die im Buch auftauchen. Dennoch ist die Bedeutung der Geheimbünde für die Auflösung des Buches eher gering.

 

Diese baut sich auf über 400 Seiten langsam und kontinuierlich auf, kommt dann aber sehr plötzlich. Nichtsdestotrotz ist sie logisch und nachvollziehbar, aber nicht besonders spektakulär.
 

Mein Fazit:

Spannung pur – Stephen White versteht es, seine Leser zu fesseln!

 

 

George R. R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer 01. Die Herren von Winterfell 15. Mai 2012

 

Über die Reihe von George R. R. Martin hatte ich in der letzten Zeit so viel Positives gehört, dass ich mir einfach selbst ein Bild vom ersten Band „Die Herren von Winterfell“ machen wollte. Der Blanvalet Verlag war so freundlich und hat mir ein Exemplar des Buches zur Rezension zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich an dieser Stelle recht herzlich!

 

Klappentext:

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, lebt mit seiner Familie im kalten Norden des Königreichs Westeros, und er weiß, dass der nächste Winter Jahrzehnte dauern wird. Als der engste Vertraute seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon stirbt, soll Eddard an dessen Stelle treten. Für die Zeit, die er am Königshof zubringen muss, überträgt Eddard die Herrschaft über Winterfell an seinen Erben Robb – während sich sein Bastardsohn Jon den Kriegern der Nachtwache anschließt. Doch Robert Baratheon ist nicht mehr der starke Herrscher, der er einst war, und um den Eisernen Thron scharen sich Intriganten und feige Meuchler. Eddard sieht sich plötzlich von mächtigen Feinden umzingelt und muss hilflos zusehen, wie seine vielköpfige Familie in alle Winde verstreut wird. Die Zukunft des gesamten Reiches Westeros steht auf dem Spiel…

 

Über den Autor:

George Raymond Richard Martin, 1948 in Bayonne / New Jersey geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde ihm der renommierte „Hugo Award“ verliehen. Sein mehrteiliges Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ wird einhellig als Meisterwerk gepriesen. George R. R. Martin lebt in Santa Fe, New Mexiko.

 

Allgemeines zum Buch:

„Die Herren von Winterfell“ ist der erste von insgesamt 10 Bänden der Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“. Im Original umfasst die Reihe fünf Bände, diese wurden für die deutsche Übersetzung aber jeweils geteilt. Und das schadet auch nicht, denn jeder Einzelband ist sehr umfangreich.

 

„Die Herren von Winterfell“ umfasst 573 Seiten und gliedert sich in einen Prolog, eine Vielzahl an Kapiteln, die nicht numeriert sind, sowie einen Anhang, in welchem Hintergrundinformationen zum Buch und seiner Handlung gegeben werden sowie ein Namensverzeichnis geführt wird. Abgerundet wird das Buch durch eine sympathische Danksagung des Autors. Als Überschrift tragen die Kapitel jeweils einen Namen der Person, mit der sich das jeweilige Kapitel beschäftigt.

 

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform.

 

„Die Herren von Winterfell“ ist im Januar 2010 als Taschenbuch mit Klappbroschur im Blanvalet Verlag erschienen. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1996 unter dem Titel „A Game of Thrones“ (Pages 1-359 + Appendix) bei Bantam Dell, a division of Random House, Inc., New York. Ins Deutsche übertragen wurde das Buch von Jörn Ingwersen. Vollständig durchgesehen und überarbeitet wurde es von Sigrun Zühlke und Thomas Gießl.

 

Ein Wort muss ich unbedingt noch zur Gestaltung des Buches verlieren: Die Bücher sind in den neunziger Jahren schon mal erschienen, wurden jetzt von Blanvalet neu aufgelegt. Und sind die Cover nicht einfach großartig?! Sie sind so schlicht, aber gleichzeitig so auffällig und überzeugend gestaltet, dass die Bücher einfach nur toll aussehen im Bücherregal. Und das Besondere ist – im Inneren des Buches setzt sich die auffällige Gestaltung fort! Unter den Klappen des Covers und der Rückseite verstecken sich Karten des Königreichs, in dem die Handlung spielt. Diese sind in Braun- und Beigetönen gestaltet und passen einfach zur Gesamtgestaltung des Buches. Sehr schön!

 

Meine Meinung zum Buch:

Ich muss zugeben, dass ich Schwierigkeiten hatte, in das Buch hineinzufinden. Ich habe mich sehr stark am Klappentext orientiert, um erst einmal grob zu wissen, wovon das Buch handelt. Leider hat der Prolog gar nichts mit der Beschreibung im Klappentext zu tun und so war ich erst einmal ziemlich verwirrt. Dazu kommt, dass der Prolog sehr mystisch angehaucht ist, worauf ich gar nicht eingestellt war, weil ich schon von vielen gehört hatte, dass es sich bei der Reihe um sehr bodenständige Fantasy handeln würde. Auch nach Beenden des Buches ist mir noch nicht so ganz klar, welche Bedeutung der Prolog eigentlich hat. Aber vielleicht ergibt sich das ja nach Lesen des zweiten Bandes, da ja, wie gesagt, die Originalausgaben geteilt wurden.

 

Auch die ersten Kapitel haben mir noch sehr große Schwierigkeiten bereitet, in die Handlung hineinzufinden. Dem Leser begegnen sehr, sehr viele Charaktere, die mehr oder weniger ausführlich beschrieben und vorgestellt werden und bei denen man irgendwie auf Anhieb begreifen muss, wie sie miteinander zusammenhängen. Es gibt sehr viele und sehr große Familien, die durch Heirat oder auf andere Weise miteinander verbunden sind und die Verwandtschaftsverhältnisse werden zwar erklärt, aber man verliert bei der Vielzahl an Charakteren doch schnell den Überblick. Hilfreich ist dabei der Anhang, in dem sich ein Personenverzeichnis findet und aus dem sich auch die Zusammenhänge ergeben.

 

Ich habe dann mehr oder weniger drauf los gelesen, ohne mir wirklich Gedanken über die Zusammenhänge der Figuren untereinander zu machen, und das hat dann auch wesentlich besser funktioniert. Ich habe mich einfach auf die Geschichte eingelassen und nach circa 70 Seiten war ich dann auch endlich in ihr gefangen. Besonders gut gefallen hat mir, dass mit jedem neuen Kapitel eine andere Person im Vordergrund steht. Diese Hauptpersonen lernt man dann sehr schnell sehr gut kennen und nach Beenden des Buches habe ich schon einige Lieblingscharaktere gefunden. Besonders Bran, Tyrion, Arya und Sam haben es mir angetan.

 

Die Figuren sind allesamt so lebendig und greifbar beschrieben, dass ich schon nach kurzer Zeit aufgehört habe, sie in meinen Gedanken als Vetter oder Schwester von XY zu sehen. Vielmehr wurden die Charaktere schnell eigenständig und ich habe ihre Geschichte und ihre Bedeutung für das Buch gesehen. Besonders toll ist es dem Autor gelungen, für Überraschungen zu sorgen. Da denkt man, man hat eine Figur kennen gelernt und weiß, wie man sie einzuordnen hat – da handelt sie auf der nächsten Seite völlig überraschend und eigentlich wesensfremd und man weiß nun gar nicht mehr, wie man sie zu verstehen hat. Das ist zwar auf den ersten Blick verwirrend, zeigt aber eigentlich nur, wie viel Mühe sich der Autor mit seinen Charakteren gegeben hat.

 

Die Handlung des Buches ist durchweg sehr abwechslungsreich. Dass es sich bei dem Buch um den Teil einer Fantasy-Reihe handelt, merkt man ihm kaum an, da es sich wirklich um sehr bodenständige Fantasy handelt. Zwar werden ab und zu Drachen erwähnt und irgendwie ist ein leichter mystischer Hauch zu erahnen, aber das bleibt alles eher im Hintergrund. Das Buch spielt in einer mittelalterlichen Welt, die vom Autor sehr bildhaft und prächtig beschrieben wird und in der man sich schnell zurechtfindet. Auch da helfen im Notfall aber die Karten unter der Klappbroschur weiter. Die Handlung konzentriert sich sehr stark auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Das Buch lebt von Intrigen, Verrat, Lügen, aber auch von Liebe, Freundschaft und Zuneigung. Es umfasst sehr viele Handlungsstränge, die sich immer an den Personen orientieren, die in den Kapitelüberschriften genannt werden. Ich habe einfach manche Charaktere mehr lieb gewonnen als andere und so kam es, dass ich mich für manche Handlungsstränge mehr interessiert habe als für andere. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache und sicher von Leser zu Leser unterschiedlich.

 

Besonders gut gefallen hat mir übrigens auch, dass Tiere eine große Rolle in diesem Buch spielen. Ich bin ein sehr großer Tierfreund und freue mich immer wieder, wenn ein Tier in einem Buch auftaucht. In diesem Fall sind es natürlich Pferde, aber auch ganz besondere und einzigartige Tiere: Wölfe! Diese spielen eine ganz besondere Rolle, die ich hier natürlich nicht verraten werde. Aber: Auch die Wölfe habe ich lieb gewonnen!

 

Der Schreibstil des Autors ist stellenweise schon fast poetisch, ansonsten sehr bildhaft und lebendig. George R. R. Martin versteht es, mit Worten Bilder zu malen und den Leser völlig in seiner eigenen Welt gefangen zu nehmen. Ich hatte großen Spaß dabei, mir vom Autor diese ganz besondere Geschichte erzählen zu lassen und freue mich schon sehr auf den zweiten Band der Reihe „Die Erben von Winterfell“.

 

Mein Fazit:

Ein ganz besonderes Buch, mit dem ich aufgrund der überwältigenden Vielzahl an Charakteren am Anfang etwas überfordert war, in das ich dann aber sehr schnell hineingefunden habe und das mir großes Lesevergnügen bereitet hat.

 

 

Manuela Salvi – Tod oder Liebe 13. Mai 2012

 

„Tod oder Liebe“ habe ich im Rahmen der NotizBuch-Aktion von der lieben Sandra von Lettersalad zur Verfügung gestellt bekommen. Die Aktion funktioniert derart, dass das Buch von Leser zu Leser wandert und jeder seine Gedanken, Meinungen oder Ideen zu dem Buch direkt und in Farbe an die entsprechenden Sätze dranschreibt. Am Ende ergibt das dann ein farbenfrohes Buch mit jeder Menge interessanter, lustiger und nachdenklicher Gedanken und Kommentare zu dem Gelesenen. Ich hatte das Buch als zweite Teilnehmerin, bei mir war auf jeder Seite also noch genügend Platz vorhanden, um meine Eindrücke zu hinterlassen. Bei den nachfolgenden Lesern wird es dann bestimmt schon schwieriger, eventuell kann dann ja aber auch mit Klebezetteln gearbeitet werden.

 

Ich habe festgestellt, dass ich ganz anders gelesen habe, als ich das sonst mache. Ich habe ganz aufmerksam Satz für Satz gelesen und mir unterbewusst Gedanken darüber gemacht, ob ich etwas zu kommentieren habe oder nicht. Am Ende hatte ich auf fast jeder Seite etwas zu kommentieren und habe das Buch gut mit Anmerkungen gefüllt. ;-) Besonderen Spaß hat es gemacht, auf Kommentare meiner Vorleserin zu antworten. Es hat am Anfang zwar etwas Überwindung gekostet, mit Fineliner in das Buch zu schreiben, aber nach kurzer Zeit hat es wirklich enormen Spaß gemacht!

 

Hier bekommt ihr einen kleinen Eindruck davon, wie das Buch ausgesehen hat, nachdem ich es gelesen hatte:

 

Die Bilder sind leider klein und unscharf, aber der lieben Sandra soll ja auch nicht die Vorfreude genommen werden, wie ihr Buch aussieht, wenn sie es zurückbekommt. ;-)

 

Ich finde die Idee jedenfalls so klasse, dass ich vielleicht auch bald mal so eine NotizBuch-Aktion starten werde. Ihr könnt hier ja schon mal kommentieren, ob ihr Lust hättet, daran teilzunehmen. Dann weiß ich schon mal, ob Interesse von euch an einer weiteren Runde besteht.

 

So, nun will ich euch natürlich aber auch etwas über das Buch verraten

 

Klappentext:

Irgendetwas an diesem coolen und gut aussehenden Typen zieht Bianca unwiderstehlich an. Aber er ist der Sohn eines Mafiabosses und sie die Tochter eines Anti-Mafia-Richters. Ihre Liebe darf nicht sein. Doch die Leidenschaft und die Lust auf ein anderes Leben treiben sie immer näher zueinander. Bis Bianca Manuel vor die schwierige Entscheidung stellt: Soll er seine Familie verraten oder das Mädchen, das er liebt?

 

Über die Autorin:

Manuela Salvi wurde 1975 geboren und studierte Graphik und Kommunikation in Urbino. Mit zwölf Jahren schickte sie ihren ersten, 21 Seiten langen Jugendroman an ein großes Verlagshaus. Noch heute bewahrt sie die ermutigende Antwort auf. Ihre Karriere als Schriftstellerin begann jedoch erst viele Jahre und viele Berufe später, nachdem sie einige Zeit als Lehrerin am Gymnasium gearbeitet hatte.

 

Allgemeines zum Buch:

„Tod oder Liebe“ umfasst 336 Seiten und gliedert sich in 30 Kapitel sowie einen Epilog. Überschrieben sind die Kapitel allein mit ihrer jeweiligen Nummer, besondere Titel tragen sie nicht. Zwischendurch finden sich immer wieder Briefe der Protagonistin Bianca an einen gewissen Daniele. Wer das ist und was es mit den Briefen auf sich hat, erfährt man zunächst nicht. Es erschließt sich aber im Laufe des Buches.

 

Abgerundet wird das Buch durch eine Anmerkung der Autorin, in der sie unter anderem verrät, wie sie auf die Idee zum Buch gekommen ist.

 

Geschrieben ist „Tod oder Liebe“ aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform.

 

„Tod oder Liebe“ ist im April 2012 als Taschenbuch mit Klappbroschur im Fischer Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel „E sara bello morire insieme. Una storia d’amore e di mafia“.

 

Das Cover ist übrigens gezeichnet! Das sieht total interessant aus, wenn man es sich mal von Nahem betrachtet. Dachte erst, das wäre ein Foto, aber es erinnert eher an ein Aquarell. Sehr schick!

 

 

Meine Meinung zum Buch:

Ich muss zugeben, dass ich mit sehr geringen Erwartungen an das Buch herangegangen bin. Ich hätte es wohl nicht so bald gelesen, wenn ich nicht an der NotizBuch-Aktion von Sandra teilgenommen hätte. Vom Klappentext her hat es mich einfach nicht sofort umgehauen. ;-) Nach dem Lesen muss ich nun aber sagen, dass ich sehr froh bin, das Buch gelesen zu haben. Denn es war total schön!

 

Das Buch beginnt mit einem der Briefe, die Bianca regelmäßig an Daniele schreibt. In diesen Briefen berichtet sie von ihren Erlebnissen, aber hauptsächlich von ihren Gefühlen. Die Briefe sind sehr emotional, bewegend und sehr oft sehr traurig. Ihnen ist eine gewisse Sehnsucht anzumerken, manchmal auch Angst, sehr oft Unsicherheit. Im Laufe des Buches wird klar, wer Daniele ist und warum Bianca ihm Briefe schreibt. Dahinter steckt eine sehr bewegende Geschichte, die sehr prägend ist für die Charaktereigenschaften von Bianca und ihren Eltern. Die Briefe sind sehr persönlich und es gibt ungefähr zehn Stück von ihnen, die in unregelmäßigen Abständen zwischen den Kapiteln auftauchen. Sie sind im Gegensatz zum Rest des Buches aus der Ich-Perspektive von Bianca geschrieben und in diesen Briefen lernt man sie sehr gut kennen.

 

Ein Schwerpunkt des Buches liegt eindeutig auf den zwischenmenschlichen Beziehungen. Biancas Eltern haben sich getrennt und nicht nur deren Beziehung untereinander wird thematisiert, sondern vor allem auch Biancas Beziehung sowohl zu ihrem Vater als auch zu ihrer Mutter. Beide Beziehungen sind sehr schwierig, würde ich mal sagen. Ihre Eltern sind sehr speziell und eigen und Bianca kann damit nur schwer umgehen, reagiert oft aufbrausend. Teilweise konnte ich das nachvollziehen, teilweise fand ich es aber auch etwas übertrieben. Na gut, Bianca hat auch einiges durchgemacht und steckt in einer schwierigen Phase, da kann man schon mal überreagieren. ;-)

 

Im Vordergrund steht aber natürlich Biancas Beziehung zu Manuel. ;-) Manuel ist ein Charakter mit mehreren Gesichtern. Er ist einerseits sehr zuvorkommend und liebenswürdig, sehr nett und hilfsbereit. Auf der anderen Seite ist er aber auch sehr gefährlich und angsteinflößend. Bianca und der Leser lernen schnell beide Seiten von ihm kennen und das ist wirklich sehr interessant. Ich habe Manuel meistens mehr gemocht als Bianca, weil sie mich mit ihrer aufbrausenden Art stellenweise etwas genervt hat. Manuel hat mich dagegen durchweg überzeugt und ich hatte an ihm nichts zu kritisieren. ;-) Dass Bianca sich Hals über Kopf in ihn verliebt, war für mich absolut nachvollziehbar. Er ist echt ein toller Typ. Nach einigen Startschwierigkeiten entwickelt sich zunächst eine Freundschaft, schnell aber eine tiefe Liebe zwischen den beiden. Mir ging es da stellenweise etwas zu schnell. Die beiden kennen sich noch nicht wirklich lange und vor allem nicht wirklich gut, da tauschen sie auf einmal schon Zärtlichkeiten aus und werden auch sehr schnell intim miteinander. Das hat mich sehr überrascht, aber gut. Die beiden sind eben temperamentvolle Italiener. ;-) Die entsprechende Szenen sind von der Autorin sehr liebevoll und romantisch beschrieben und haben mein Herz höher schlagen lassen.

 

Doch es gibt nicht nur schöne Szenen zwischen Manuel und Bianca. Im Gegenteil! Das Buch spielt in Italien und die Mafia hat einen großen Anteil an der Handlung. Der Klappentext verrät ja bereits, dass Manuel zu einem Mafia-Clan gehört, der Straftaten begeht und die Hüter des Gesetzes in Bewegung versetzt. Biancas Vater ist Richter und mit den Ermittlungen über Manuels Clan betraut. Das sorgt natürlich für enorme Spannungen und die beiden müssen ihre Liebesbeziehungen geheim halten. Dazu kommen Schwierigkeiten und Probleme innerhalb des Clans, die Manuel das Leben schwer machen. Mehr möchte ich an dieser Stelle aber gar nicht verraten – das lest ihr am besten schön selbst. ;-) Ich kann aber so viel sagen: Die Autorin hat sich viele spannende und überraschende Momente einfallen lassen, um den Lesefluss konstant aufrecht zu erhalten. Es gibt eigentlich kaum Längen in diesem Buch.

 

Der Schreibstil der Autorin ist recht schnörkellos, aber doch fesselnd und überzeugend. Die Ausdrucksweise ist für ein Jugendbuch angemessen, das Buch liest sich leicht und schnell. An vielen Stellen, vor allem innerhalb der Dialoge, kommt ein feiner Humor zum Tragen, der für zusätzliches Lesevergnügen sorgt.

 

Ein Wort muss ich noch zum Ende des Buches verlieren: Ich habe mich das ganze Buch hindurch gefragt, wie es wohl ausgehen würde. Die Situation von Manuel und Bianca ist ausweglos, die beiden können einfach keine gemeinsame Zukunft haben. Meiner Meinung nach hat es sich die Autorin dann mit den letzten Seiten aber doch etwas zu einfach gemacht. Aber das ist sicherlich Geschmackssache…

 

Mein Fazit:

Ein überzeugender Jugendroman, der ein wenig an „Romeo und Julia“ in der Neuzeit erinnert, mit überraschenden Wendungen aufwartet und für ein angenehmes Lesevergnügen sorgt.

 

 

07. bis 13. Mai 11. Mai 2012

 

Diese Woche gibt es wieder eine Menge interessante Neuerscheinungen. Das könnt ihr jetzt gut finden oder auch nicht. ;-)

 

Ida Hansen – Ein Riesenherz im Friesennerz

Franzis Ehe ist ein zwanzig Jahre währender Irrtum. Als sie eines Tages Knall auf Fall von ihrem Mann verlassen wird, sitzt der Schock trotzdem tief. In der ostfriesischen Provinz will sie sich bei ihrem besserwisserischen Bruder erholen. Dort lernt sie Joost kennen, den durchtrainierten Sportlehrer, und Ocke, den gutsituierten Bürgermeister. Die beiden balgen sich um sie. Doch Franzi will von Romantik nichts wissen, sie will Rache! Dabei erweist sich ihre Schwägerin als gewiefte Freundin und Ratgeberin. Franzi schmiedet einen Plan, der sich mit allen Wassern gewaschen hat.

 

Chris Carter – Der Knochenbrecher

Wenn es Nacht wird in Los Angeles gibt es einen Mann, der keinen Schlaf findet. Von Alpträumen geplagt, ist er auf der Suche nach seinem nächsten Opfer. Er ist ein kaltblütiger Killer. Nur einer kann ihn aufhalten: Robert Hunter – Polizist, Profiler, Held des LAPD. Er weiß, wo ersuchen muss. Die Jagd hat längst begonnen. Schlaf schön, L.A.!

 

Ruth Pennebaker – Und täglich grüßt das Irrenhaus

Kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag erfährt Joanie, dass ihr Exmann wieder Vater wird.Außerdem zieht die eigene Mutter bei ihr ein, und sie muss feststellen, dass ihre pubertierende Tochter zum erwachsenenhassenden Monster wird. Drei Frauen unter einem Dach?Es lebe der Generationenkonflikt! Mit Mut, Selbstvertrauen und einer gehörigen PortionWitz meistert Joanie jede Menge Krisen. Bis eines Tages die drei einander so entfremdetenFrauen lernen, dass sie sich not falls immer aufeinander verlassen können.

 

Karla Weigand – Die Friesenhexe

Föhr, Ende des 17. Jahrhunderts: Kerrin, die Tochter des angesehenen Kommandeurs Asmussen, erkennt früh, dass sie anders ist. Durch Handauflegen kann sie heilen. Nachts zieht es sie an die sturmumtoste Küste und sie sieht Dinge, die den anderen verborgen bleiben. Als man sie der Hexerei verdächtigt, wird ihr die Gabe jedoch zum Fluch. Kerrin flieht und heuert als Schiffsärztin an. Eine gefährliche Reise beginnt.

 

Tessa Hennig – Emma verduftet

Jetzt reicht‘s! Jahrelang hat sich Emma um Mann, Tochter und Firma gekümmert. Doch dann kommt auf einer Reise nach Südfrankreich die große Enttäuschung: Ihr Mann interessiert sich mehr für russische Schönheiten als für seine Frau und die in Nizza studierende Tochter besucht lieber Partys als Vorlesungen. Kurzentschlossen verduftet Emma und landet unverhofft auf dem Feld des attraktiven Lavendelbauern David. Zusammen mit ihrer besten Freundin, der temperamentvollen Nora, stellt Emma fortan die Männerwelt auf den Kopf. Kann das gutgehen?

 

Amy Plum – Until I die

I wish there was only today, just right now, and no forever.

It seems fitting that I fell in love in Paris, the most beautiful city in the world. And if I pretend, I can almost believe that my life is normal and everyone I care about is safe.

But as long as I’m with Vincent, “normal” doesn’t exist. Gorgeous, charming, and witty, he’s everything you could ask for in a boyfriend—but his destiny is so much more.

Even more terrifying than his destiny are his dangerous enemies, enemies who will kill for immortality. How are Vincent and I supposed to be together forever if we’re always in danger?

I know I’ll do whatever it takes—even if it means lying to the people I love—to fight against a fate that is trying to tear us apart.

 

Margherita Oggero – Der Duft von Erde und Zitronenen

Wie eine Gefangene lebt Imma in der Wohnung einer Tante hoch im Norden Italiens, weit weg von ihrem Heimatdorf bei Neapel. Die Dreizehnjährige ist in großer Gefahr, denn als der Sohn des Clanchefs sie zu vergewaltigen versuchte, schlug sie mit einem Stein zu. Jetzt soll sie dafür bezahlen. In der Einsamkeit der endlos scheinenden Tage wird Immas Wunsch nach Freiheit immer größer, bis sie sich schließlich stundenweise hinausschleichen kann und den jungen Buchhändler Paolo kennenlernt. Seine Bücher eröffnen ihr eine neue Welt und geben ihr den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

 

Morgan Matson – Second Chance Summer

Taylor Edwards’ family might not be the closest-knit—everyone is a little too busy and overscheduled—but for the most part, they get along just fine. Then Taylor’s dad gets devastating news, and her parents decide that the family will spend one last summer all together at their old lake house in the Pocono Mountains.

     Crammed into a place much smaller and more rustic than they are used to, they begin to get to know each other again. And Taylor discovers that the people she thought she had left behind haven’t actually gone anywhere. Her former best friend is still around, as is her first boyfriend…and he’s much cuter at seventeen than he was at twelve.

     As the summer progresses and the Edwards become more of a family, they’re more aware than ever that they’re battling a ticking clock. Sometimes, though, there is just enough time to get a second chance—with family, with friends, and with love.

 

Murmel Clausen – Frettsack

Jens Fischer hat keinen Schlag bei den Frauen. Die Hoffnung, jemals eine Familie gründen zu können, hat er längst verloren. Verbittert wird er Samenspender, um sein Erbgut wenigstens anonym weiterzugeben. Als er jedoch vom Frettchen seines Mitbewohners Sven in den Sack gebissen und kastriert wird, setzt er alles daran, die Frau zu finden, die durch seine letzte Spende indirekt von ihm geschwängert wurde. Mithilfe von Sven und dem Balkanhünen Hondo bricht er in die Samenbank ein und gelangt so an die Adresse der bezaubernden, aber verheirateten Maren Heinze. Und endlich hat Jens ein Ziel in seinem Leben: Er muss diese Frau für sich gewinnen.

 

Rona Jaffe – Das Beste von Allem

Fünf junge Frauen auf dem Sprung ins echte Leben. Für sie ist New York ein flirrender Kosmos voll atemberaubender Möglichkeiten. Die eine sucht die große Liebe, die andere den Traumjob, die eine träumt vom Broadway, die andere von der Ehe. So unterschiedlich die Frauen auch sind, sie stürzen sich mit derselben Leidenschaft ins Leben, wild entschlossen, auszukosten, was dieStadt ihnen zu bieten hat.

 

Alexis Morgan – Schattenwächter

Sie sind die Wächter, die die Grenzen zum Jenseits kontrollieren. Blake Tahern ist einer von ihnen. Doch er hat schon zu oft gekämpft und war einem Zustand, furchtbarer als der Tod, schon so nah, dass langsam der letzte Rest Menschlichkeit aus ihm weicht. Dann aber ereilt ihn ein Hilferuf von Brenna, seiner einstigen großen Liebe und seiner Seelenverwandten: Ein dunkles Geheimnis hat sie in höchste Gefahr gebracht. Wird Blake sie retten können?

 

 

 

Jana Voosen – Liebe mit beschränkter Haftung

Mia Sommer ist eine unverbesserliche Romantikerin, liebt kitschige Liebesfilme und schleicht sich auch schon mal in eine fremde Hochzeit ein. Doch frisch verlassen kommt sie ins Grübeln. Was, wenn es sie gar nicht gibt, die große Liebe? Wie lange kann sie ihren Mutterinstinkt noch an Freunden und ihrem Jack-Russel-Terrier Idefix ausleben? Die kleine, fiese biologische Uhr tickt. Kurz entschlossen startet Mia ihr neues Lebenskonzept: Familie: Ja! Liebe: Nein! Kann das gut gehen?

 

Hallie Ephron – Angst ist dein Tod

Seit ihr Mann Daniel bei einem Bergunglück ums Leben kam, leidet Diana Highsmith unter Panikattacken. Mit ihrem Geschäftspartner Jack führt sie zwar ein sehr erfolgreiches Computerunternehmen, doch ihr Haus verlässt sie nie. Dianas einziger Kontakt zur Außenwelt ist ihre quirlige Schwester Ashley. Als diese plötzlich spurlos verschwindet, bleibt Diana keine Wahl: Sie muss ihre Angst überwinden und sich auf die Suche begeben. Doch ahnt sie nicht, was außerhalb ihrer schützenden vier Wände wirklich auf sie wartet …

 

 

Lucinda Riley – Das Mädchen auf den Klippen

Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. – Ohne es zu ahnen, stößt Grania durch diese Begegnung die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – ihrer Geschichte.

 

Swati Avashti – Kein Zurück mehr

Der 16-jährige Jace steht vor der Tür seines großen Bruders Christian, den er seit Jahren nicht gesehen hat, und es bedarf keiner Worte: Die Blutergüsse und Platzwunden in seinem Gesicht sprechen für sich. Wie schon Christian ist Jace vor dem prügelnden Vater geflohen – trotz der jetzt auf sich gestellten Mutter und wegen seiner Freundin, die er in einem unbeherrschten Moment niedergeschlagen hat. Es ist klar, für Jace gibt es kein Zurück mehr, doch wird sein Bruder bereit sein, sich der Problemfamilie, die er vor Jahren hinter sich lassen wollte, erneut zu stellen?

 

Ganz besonders interessiert bin ich an eurer Meinung zu “Frettsack”! :lol:

 

 

Amy Plum – Von der Nacht verzaubert 9. Mai 2012

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Ich hatte das Glück, dieses Buch für eine Leserunde zu gewinnen. Es stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste, war mir natürlich sofort durch sein schickes Cover aufgefallen. Gerne möchte ich euch an meinen Eindrücken zum Buch teilhaben lassen. ;-)

 

Klappentext:

Als Kate Merciers Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, zieht sie zusammen mit ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Jede versucht auf ihre eigene Weise, ihr altes Leben und ihre schmerzvollen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Während Georgia sich in das Nachtleben stürzt, sucht Kate Zuflucht in ihren Büchern – bis sie eines Tages Vincent trifft, der es schafft, ihren Schutzpanzer zu durchbrechen. Bei Spaziergängen entlang der Seine und durch die spätsommerlichen Gassen von Paris beginnt Kate, sich in ihn zu verlieben – nur um kurze Zeit später zu erfahren, dass Vincent ein Revenant ist. Die Liebe der beiden steht unter einem schlechten Stern: Vincent und seine Freunde sind in einen jahrhundertealten Kampf gegen eine Gruppe rachsüchtiger Revenants verstrickt. Schnell begreift Kate, dass ihr Leben niemals wieder sicher sein wird, wenn sie ihrem Herzen folgt.

 

Über die Autorin:

Geboren wurde Amy Plum in Birmingham, Alabama. Schon bald lockten sie große Städte wie Paris oder London hinaus in die Welt. Eine Zeit lang arbeitete sie als Kunsthistorikerin in New York, bevor sie schließlich mit ihrem Ehemann ein großes Bauernhaus in der französischen Provinz bezog. Wann immer es die turbulenten Tage mit ihren beiden Kindern und ihrem Hund Ella erlauben, sitzt Amy Plum in dem kleinen alten Steinhäuschen in ihrem Garten und schreibt an ihren Romanen. Der erste, „Von der Nacht verzaubert“, ist der Auftakt einer traumhaften Trilogie.

 

Allgemeines zum Buch:

„Von der Nacht verzaubert“ umfasst 397 Seiten und gliedert sich in einen Prolog und eine Vielzahl an Kapiteln. Diese sind weder numeriert noch tragen sie einen Titel. Sie haben alle eine angenehme Länge, sind kaum umfangreicher als zehn Seiten.

 

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht der Ich-Erzählerin und weiblichen Protagonistin Kate in der Vergangenheitsform.

 

„Von der Nacht verzaubert“ ist im April 2012 als Hardcover mit Schutzumschlag und Leseband im Loewe Verlag erschienen. Die Originalausgabe ist 2011 bei HarperTeen, einem Imprint von HarperCollins Publishers, unter dem Titel „Die for me“ erschienen. Übersetzt aus dem Amerikanischen wurde das Buch von Ulrike Brauns.

 

Das Cover des Buches ist zauberhaft gestaltet und fällt beim Stöbern im Buchladen sofort auf. Es vermittelt auf einen Blick sehr viele Details, die auch im Buch eine Rolle spielen, ohne dabei zu überladen zu wirken. Es ist mit Spotlack versehen und fühlt sich dadurch an manchen Stellen dreidimensional an. Auch im Inneren des Buches setzt sich die besondere Gestaltung fort: Das Vorsatzpapier ist in einem Grünton gehalten und gemustert, zudem wird jeweils die erste Seite der Kapitel von einer Blumenranke verziert.
 

 

Meine Meinung zum Buch:

„Von der Nacht verzaubert“ beginnt sehr sentimental. Der Leser wird Zeuge davon, wie vor allem Kate – im Gegensatz zu ihrer Schwester Georgia – um den Tod ihrer Eltern trauert und sich mehr und mehr zurückzieht. Der Tapetenwechsel – der Umzug nach Paris – tut ihr zwar gut, aber noch kann sie den Schmerz nicht verdrängen. Nach und nach gelingt es ihr jedoch zumindest, das schützende Haus ihrer Großeltern zu verlassen und sich in die Straßen und Gassen von Paris zu wagen. Sehr ausführlich und mit einem liebevollen Blick für Details beschreibt Amy Plum die Atmosphäre der Stadt der Liebe. Oder der Stadt des Lichts, wie Paris auch genannt wird. Kleine Cafés, der Duft nach Croissants, bezaubernde kleine Gassen – vor dem geistigen Auge des Lesers wird die Handlungsumgebung lebendig und nimmt den Leser gefangen. Selbst wenn man Paris noch nie besucht hat, hat man doch leicht ein klares Bild der Stadt vor Augen. Paris passt zudem einfach perfekt als Handlungsort zu dieser Geschichte und deren Atmosphäre.

 

Kate ist von Anfang an eine sehr sympathische Ich-Erzählerin. Sie ist sehr emotional und handelt stellenweise naiv und unüberlegt, aber das macht sie nur umso authentischer. Ihre Schwester Georgia ist das komplette Gegenteil von ihr und während ich sie am Anfang auch noch mochte, entwickelt sie sich im Verlauf des Buches doch zu einer sehr oberflächlichen Party-Queen, die allein auf ihren Spaß bedacht ist und sehr oft egoistisch und unverständlich handelt. Sie spielt in diesem Buch keine zu große Rolle, aber für einige Ereignisse gerade am Ende des Buches trägt sie die Verantwortung.

 

Das erste Zusammentreffen zwischen Kate und Vincent ist von der Autorin sehr witzig beschrieben. Vincent hat ein loses Mundwerk und benimmt sich Kate gegenüber sehr frech. Aber sie weiß, damit umzugehen und antwortet ihm mit einem entsprechenden Humor. Immer häufiger treffen sie sich und schnell verlieben sie sich ineinander. Mir ging es stellenweise etwas zu schnell, aber das ist natürlich Geschmackssache. Es gibt zwischen den beiden einige Szenen, die sehr romantisch, wenn nicht sogar kitschig sind und das Herz des Lesers (oder der Leserin) höher schlagen lassen. Wahrscheinlich muss man Vincent einfach lieben – er ist sehr bildhaft beschrieben und entspricht wohl so manchem Klischee eines typischen Traummannes, was vor allem seinen Körperbau und seine lockigen schwarzen Haare betrifft. Er ist einfach perfekt. Und so scheint auch das Buch zu einem sehr großen Teil einfach perfekt zu sein. Hierin liegt auch ein großer Kritikpunkt von mir. Die Figuren, die Handlungsorte, die Entwicklungen – alles passt einfach und es fehlt sehr oft an Ecken und Kanten.

 

Mit den Figuren der Revenants hat Amy Plum eine völlig neue Art von Wesen in ihren Roman eingebaut. Bislang habe ich über sie noch in keinem anderen Buch etwas gelesen und es ist sehr erfrischend, dass die Reihe nicht wieder von Vampiren oder Werwölfen handelt. Die Idee hinter den Revenants ist sehr interessant und auch ziemlich tragisch. Der Originaltitel „Die for me“ deutet schon daraufhin, was der Knackpunkt hinter der Geschichte sein könnte. Mehr verrate ich dazu nicht – das müsst ihr dann schon selbst lesen. Der deutsche Titel steht dagegen in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der Handlung. Man könnte zwar hinein interpretieren, was der deutsche Titel bedeutet, aber den Originaltitel finde ich doch weitaus treffender.

 

Ab der zweiten Hälfte des Buches ungefähr nimmt die Handlung eindeutig an Fahrt auf. Während es in der ersten Hälfte hauptsächlich um die Beziehung zwischen Kate und Vincent geht, kommen in der zweiten Hälfte wesentlich mehr Probleme auf. Zwar hat man stellenweise doch den Eindruck, dass manche Entwicklungen zu einfach und zu schnell vonstatten gehen, aber die Autorin baut hier eindeutig mehr auf Spannung und schafft es auch, ihre Leser zu fesseln. Die Handlung erfährt stellenweise unerwartete Wendungen und sorgt dadurch für einige Überraschungen. Insgesamt ist die Handlung sehr geradlinig. Es werden kaum Details erwähnt oder Nebenstränge verfolgt, die für den Verlauf des Buches nicht von Bedeutung sind. Stellenweise hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen oder auch einfach nur einen abschweifenden Blick gewünscht.

 

Neben Kate, Vincent und Georgia beinhaltet das Buch noch viel mehr Charaktere, von denen die meisten sehr ausführlich gezeichnet sind und dem Leser greifbar werden. Manche der Figuren schaffen es, das Herz des Lesers zu gewinnen – andere hält man lieber auf Abstand. Sehr schade finde ich, dass Kates Großeltern kaum eine Rolle in diesem Buch spielen. Sie tauchen nur sehr selten auf und nur für kurze Zeit. Ich glaube, dass viel Potential in diesen beiden Charakteren steckt und hoffe, dass sie in den beiden Folgebänden noch öfters auftauchen und auch eine größere Rolle spielen werden.

 

Der Schreibstil der Autorin ist malerisch und schon fast poetisch. Amy Plum versteht es, mit Worten Bilder zu malen. Mir war es stellenweise etwas zu viel, aber eigentlich passt es zu der Handlungsumgebung und auch größtenteils zur Geschichte selbst. Auf jeden Fall liest sich das Buch leicht und flüssig und der Stil ist für ein Jugendbuch durchaus passend.

 

Der erste Band der Reihe um die Revenants ist durchaus abgeschlossen, aber es sind noch einige Fragen offen, die hoffentlich in den beiden Folgebänden beantwortet werden.

 

Mein Fazit:

Ein guter Auftakt zu einer Reihe, die mit einer völlig neuen Idee aufwartet – stellenweise war die Handlung aber etwas zu kitschig und die Figuren einfach zu perfekt.

 

 

Carrie Ryan – The Forest. Wald der tausend Augen 7. Mai 2012

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Dieses Buch klang für mich vom Klappentext her so interessant, dass für mich schnell feststand, dass ich es unbedingt lesen muss. Letztens hatte ich dann bei Tauschticket Glück und konnte es zu einem günstigen Ticket-Preis anfordern. Wie mir das Buch gefallen hat, erfahrt ihr in dieser Rezension. ;-)

 

Klappentext:

Ein Dorf mitten im Wald, umgeben von einem hohen Zaun – hier lebt Mary nach den strengen Regeln der Schwesternschaft, die die kleine Gemeinschaft von jeher führen und schützen. Doch es kommt der Tag, da fühlt sich Mary von diesen Regeln verraten. Sie findet Dinge heraus, die sie nie wissen wollte. Über die Schwestern und ihre Geheimnisse, über die Wächter und ihre Macht. Aber erst als der Zaun durchbrochen und das Dorf überrannt wird, erkennt Mary die schlimmste Wahrheit von allen – wie unbarmherzig die Ungeweihten wirklich sind. Jetzt muss sie sich entscheiden. Zwischen ihrer Angst und ihrem Traum von einer anderen Zukunft, zwischen dem Mann, dem sie versprochen ist, und dem einen, den sie liebt. Kann es Leben außerhalb einer Welt geben, die vom Tod beherrscht wird? Und ist Mary stark genug, den Weg durch den Wald der tausend Augen zu überstehen?

 

Über die Autorin:

Carrie Ryan wurde in Greenville, South Carolina, geboren. Nach einem Jurastudium arbeitete sie als Staatsanwältin, bevor sie ihre eigene Anwaltspraxis gründete. In ihrer Freizeit schreibt sie, „The Forest – Wald der tausend Augen“ ist ihr viel beachtetes Debüt. Sie lebt mit ihrem Freund und zwei Katzen in Charlotte, North Carolina.

 

Allgemeines zum Buch:

„The Forest – Wald der tausend Augen“ umfasst 398 Seiten und gliedert sich in 36 Kapitel, die mit durchschnittlich elf Seiten eine angenehme Länge haben. Überschrieben sind die Kapitel allein mit ihrer jeweiligen Nummer. Abgerundet wird das Buch durch eine Danksagung der Autorin.

 

Geschrieben ist der Roman aus Sicht der Ich-Erzählerin Mary in der Gegenwartsform.

 

„The Forest – Wald der tausend Augen“ ist im August 2009 als Hardcover mit Schutzumschlag im cbt Verlag erschienen. Im Juli 2011 ist die Taschenbuch-Ausgabe erschienen, ebenfalls im cbt Verlag. Die amerikanische Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „The Forest of Hands and Teeth“ bei Delacorte Press, an imprint of RandomHouse Children’s Books, a division of RandomHouse, Inc., New York. Übersetzt aus dem Amerikanischen wurde das Buch von Catrin Frischer.

 

Wenn ich richtig informiert bin, soll die Reihe insgesamt drei Bände umfassen. Im Original sind schon alle drei Teile erschienen. Bei uns erscheint im August der zweite Teil „Das Meer der tausend Seelen“ – allerdings nur als Taschenbuch und im Heyne Verlag.

 

Meine Meinung zum Buch:

Das Buch spielt in der Zukunft, allerdings erfährt man nicht, in welchem Jahr oder Jahrhundert. Gleichzeitig bekommt man den Eindruck, das Buch würde in der Vergangenheit spielen, da die Rolle der Frauen und die Einschätzung der Bedeutung der Ehe nicht gerade fortschrittlich sind. Überhaupt erfährt man nur sehr wenig darüber, wie sich die Welt entwickelt hat und warum Mary zusammen mit ihrer Gemeinschaft mitten im Wald, umgeben von einem Zaun, leben muss. Es finden sich Andeutungen auf eine Krankheit, die vor einigen Jahren ausgebrochen ist und dafür gesorgt hat, dass sich ein großer Teil der Menschheit in Zombies, die Ungeweihten, verwandelt hat. Um sich zu schützen, hat sich eine Gemeinschaft zusammengefunden und einen Zaun um ihren Lebensbereich gezogen. An diesem ziehen die Ungeweihten ihre Kreise, schreien vor Hunger und gieren nach Menschenfleisch. In Sicherheit beobachtet Mary die Ungeweihten, immer in der Hoffnung, ihren Vater zu entdecken, der verschwunden ist und der sich aller Voraussicht nach ebenfalls zu einem Ungeweihten entwickelt hat. Denn einmal von einem solchen Wesen gebissen, gibt es keine Rettung mehr.

 

Marys Mutter zerbricht fast vor Trauer und Schmerz und sehnt sich so sehr nach ihrem Ehemann, dass sie sich dem Zaun nähert, ohne einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Was dann passiert, könnt ihr euch denken. Es folgen sehr unschöne Szenen.

 

Mary ist fortan auf sich allein gestellt und wendet sich an die Schwesternschaft, eine Gruppe von gebildeten Frauen, die das Zusammenleben der Gemeinschaft überwachen und steuern. Mary begibt sich in ihre Hände und beginnt eine Ausbildung bei ihnen. Deren Schwerpunkt liegt auf Religiosität und so muss Mary unter anderem mehrmals die Bibel durchlesen, um in der Ausbildung voranzuschreiten. Doch dabei gelangt sie an ungeheuerliches Wissen, das ihr Weltbild komplett auf den Kopf stellt. Zusammen mit den Geschichten ihrer Mutter, die ihr immer wieder von der unendlichen Weite des Meeres erzählt hat, ist sich Mary plötzlich sicher, dass es ein Leben außerhalb des Zaunes geben muss. Ein Leben in Sicherheit, das bis zum Horizont einen Blick auf den grenzenlosen Ozean bietet.

 

Während sich das erste Drittel des Buches hauptsächlich mit dem Alltag der Gemeinschaft beschäftigt, kommt ab dem zweiten Drittel eindeutig mehr Spannung auf. Denn den Ungeweihten gelingt es, den Zaun zu überwinden und das Dorf zu überfallen. Natürlich hat sich die Gemeinschaft auf solche Ereignisse vorbereitet und extra Plattformen gebaut, auf denen sich Schutz finden lässt. Doch der Platz auf diesen Plattformen reicht bei Weitem nicht für jedes Mitglied der Gemeinschaft…

 

Das Buch nimmt nun gewaltig an Fahrt auf und ich muss zugeben, dass ich mich stellenweise schon sehr gegruselt habe und das Buch sicher nichts für schwache Nerven ist. Das Verhalten der Zombies wird von der Autorin sehr ausführlich beschrieben und es gibt einige Szenen, in denen Blut fließt oder Verletzungen beschrieben werden. Brrrr! Das Buch bleibt spannend bis zum Schluss und während des Lesens habe ich mich sehr oft gefragt, wie das Buch wohl ausgehen wird. Mit dem Ende war ich dann teilweise etwas unzufrieden, da man von einigen Figuren und ihrem Schicksal gar nichts mehr erfährt und der Schwerpunkt wirklich nur noch auf Mary liegt. Das folgt sicherlich aus der Erzählperspektive, aber mir sind im Verlauf des Buches auch einige der Nebenfiguren ans Herz gewachsen und ich würde gerne wissen, was aus ihnen geworden ist. Es erscheint zwar bald der zweite Band, aber irgendwie glaube ich nicht, dass dort über das Schicksal der Nebencharaktere berichtet wird…

 

Natürlich kommt auch dieses Buch nicht ohne eine Liebesgeschichte aus. Es ist mal wieder eine Dreiecks-Beziehung, denn Mary steht zwischen zwei Jungs, zwischen denen sie sich nicht so richtig entscheiden kann. Ihr Herz schlägt zwar eindeutig für den einen der beiden, aber ihr Verstand sagt viel zu oft etwas anderes. Dazu kommt dann noch ein weiteres Mädchen, das zwischen den beiden steht, und das Verwirrspiel ist perfekt. Ich persönlich hätte aber auch nicht gewusst, für wen ich mich entscheiden soll, von daher kann ich Marys Unentschlossenheit und das ewige Hin und Her schon verstehen. ;-)

 

Der Schreibstil der Autorin ist durchweg sehr bildhaft und flüssig, das Buch liest sich leicht und angenehm. Es ist ja auch ein Jugendbuch und dementsprechend einfach ist der Stil gehalten.

 

Mein Fazit:

Ein spannendes und fesselndes Buch, bei dem leider einige Fragen offen bleiben, die hoffentlich in den beiden Fortsetzungen eine Antwort finden.

 

 

 
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